Worte. aus. dem. Herzen.

Der Blog nur für Dich!


Was Hochbegabte & Hochsensible brauchen, um beruflich glücklich zu sein!

Hochbegabte und Hochsensible haben es oft im Berufsleben nicht einfach- sie ecken an, sind (zu) anstrengend, fühlen zuviel, lehnen sich auf und sind anders als die Norm. Aber damit meine ich nicht, dass die Hochbegabte und Hochsensiblen arm dran sind, weil die anderen ja sooo böse sind. Es fehlt oft einfach an fundierten Informationen und Wissen, WAS Hochbegabte und Hochsensible, gerade beruflich, von anderen unterscheidet: 

 

 

1. Sie suchen Sinnhaftigkeit: ein Beruf(ung) ohne Sinn, das geht für einen Hochbegabten und Hochsensiblen (fast)  nicht. Sicher gibt es immer Ausnahmen, aber das Gros von uns braucht das WARUM: Da passt das Zitat von dem berühmten Erfinder der Logotherapie, Viktor Frankl,  ganz wunderbar „ »Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie« – nach diesem Motto erforschte Frankl, wie Sinnerfüllung auch angesichts schwerer Schicksalsschläge möglich ist und was Resilienz ausmacht. Wenn Hochbegabte und Hochsensible das WARUM kennen, dann sind sie zu allem bereit:) Will heißen, dann sind ihnen keine extra Arbeitszeiten zuviel, sie stecken all ihr Herzblut in das Projekt/ die Aufgabe und sind im Flow. Das Gegenteil ist aber auch dann extrem, wenn es das WARUM nicht gibt: sie können faul bis hin zu rebellisch werden, entziehen sich, stören, lehnen sich auf, gehen in das Burn oder Bore-out oder kündigen. Auch nicht gut, denn auch das müssen Hochbegabte und Hochsensible lernen: nicht in jeder kleinsten Aufgabe gibt es eine Sinnhaftigkeit. Manchmal müssen monotone Aufgaben und sinnentleerte Aufgaben ebenso erledigt werden- die Welt geht deswegen nicht gleich unter…

 

2. Sie brauchen viel Gestaltungsraum: das betrifft vor allem Hochbegabte. Gerade im Berufsleben ist das für sie von großer Bedeutung. Nicht  kontrolliert zu werden, sondern eigenständig, freigeistig Dinge vorantreiben. Visionen auszuführen, das Vertrauen des Vorgesetzten zu genießen und auch  mal Querdenken zu dürfen. Anders als die Norm. Da erblühen die meisten Hochbegabten, ihr Gehirn kann endlich rennen, der Motor läuft so richtig warm und sie müssen sich nicht immer drosseln- das führt oft zur „Devianz-erschöpfung“ oder zu Depressionen im schlimmsten Fall. Auch Hochsensible lieben das kreative und freie Arbeiten und das Gefühl, ihre eigenen Ideen verwirklichen zu können. 

 

3. Sie brauchen keine Führungsverantwortung: denn sie sind oft nicht an Führung interessiert. Das ist für die meisten von uns tatsächlich nicht so wichtig. Führung aufgrund von Kontrolle und Macht ist nicht der Antrieb. Das können einige schon, aber Sinnhaftigkeit und Gestaltung ist viel wichtiger. Etwas zu bewegen. Durchdachtes weiter voranzutreiben. Eine Innovation Leben einzuhauchen. 

 

4. Sie brauchen Gerechtigkeit: alle Hochbegabten und Hochsensiblen, die ich kenne, haben einen EXTREM ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, eine sehr hohe Moral und Ethik, die ihnen wie eine Laterne das Licht zeigt. Das beutetet nicht, dass sie sich selbst immer daran halten (:)), aber sie haben ein klares JA oder NEIN zu Dingen oder Situationen. Und können dann oft nicht an sich halten, wenn Menschen oder Tiere oder die Natur ungerecht oder falsch behandelt werden. Dann können sie richtig wütend und aggressiv werden (im Extremfall)- auch mal gegen den Chef oder Kollegen. 

 

5. Sie brauchen ein harmonisches Miteinander: das trifft vor allem auf Hochsensible zu. Sie mögen zwischenmenschliche Dissonanzen nicht und können Spannungen im Team schwer ertragen. Hochbegabte sind da oft rationaler und pragmatischer, Hochsensible haben damit ein Thema. Sie können sich schwer abgrenzen, nehmen diese Spannungen mit nach Hause und oft auch persönlich. Anderseits sind sie tolle Kollegen, die hegen und pflegen, die den familiären Spririt und Wärme in ein Team bringen. Das Schmieröl sozusagen:) Die sich für andere freuen und sich nichts aus Konkurrenzkämpfen machen, sondern eher die Gemeinsamkeiten stärken. 

 

Wenn diese Haupt-Punkte erfüllt sind, können sie wirklich tolle Angestellte sein. Aber auch das kommt natürlich, wie immer, auf die Persönlichkeit an. Es gibt einfach auch Blödmänner überall, die anecken und rebellisch sein wollen- um jeden Preis. Im Grossen aber behaupte ich, dass es wichtig für sie ist, diese 5 Punkte erfüllt zu haben. Wichtig auch hier: es gibt nicht den perfekten Job und oft muss man als Hochbegabte und Hochsensibler schauen, welche Werte am wichtigsten sind und wo die Prios liegen. Im Zweifel: den Sprung wagen und sich selbständig machen:) Das ist toll. 

 

Viele Grüße von mir, 

1 Kommentare

Warum Hochsensible ihrer Berufung folgen und heilen sollten...

 

… das erfuhr ich in dem sehr inspirierenden Heilseminar mit BULGAN HIIMORI, Altai - Schamanin, Mongolei und

CHIEF DANCING THUNDER, Indianer Schamane, USA in Zürich vor zwei Wochen… 

 

Das Seminar schenkte ich meiner geliebten Freundin, deren Trauzeugin ich im August war. Und sie sucht seit Jahren sehr stark als Hochsensible und Hochbegabte (Zwillingsmutter) ihren Weg, ihre Berufung. Also dachte ich: vielleicht wäre das was für uns beide…

 

Denn nichts ist Zufall- wir werden doch immer von einer magischen Kraft angezogen, von einer bestimmte Menschen, einem Seminar, einem Buch oder einem Unternehmen oder einem Projekt. Chief Dancing Thunder nannte dies die Lichtfrequenz- wenn wir von bestimmten Dingen angezogen werden, in Resonanz gehen, dann ist dies, weil wir dieselbe Lichtfrequenz haben. Lapidar gesagt, könnte man es auch Resonanzprinzip nennen. 

 

Was hat dies nun mit der Berufung zu tun? Alles. Denn wir werden alle intuitiv von bestimmtem Themengebieten angezogen: vielleicht war es Physik, Astronomie, Schamanismus, Mathematik oder Bausubstanzen- Deine Lichtfrequenz schwang hier im Einklang. Und als Hochsensibler nimmst du diese Frequenzen sehr stark wahr, auch wenn Du dies nicht immer benennen kannst. Daher (und das war fast mit das Wichtigste für mich) ist es so unendlich wichtig, dieser Frequenz zu folgen, denn sie heilt. Wenn Du Dich intuitiv zu alten Gemäuern angezogen fühlst, von der Lebensweise der alten Kulturen, dann  ja- werde Archäologe. Es ist so einfach? Ja, ist es. 

 

Auch ich habe früh diesen Ruf gespürt- Indianer haben mich magisch angezogen. Und vor allem Wölfe- und nun habe ich meinen Wolfshund, weil wir auf derselben Lichtfrequenz schwingen (was auch nicht immer einfach ist:) und bin nach Peru in den Dschungel gegangen, um von einem Meisterschamanen das Wissen zu erlernen. Ich habe mich zu Hochbegabten und Hochsensiblen hingezogen gefühlt und mich selbständig gemacht. Weil es in uns allen etwas gibt, was stärker ist als die Ratio. Was intensiver schwingt. Und dieser Frequenz müssen wir Folge leisten- sonst werden wir krank, sonst sterben wir. Gerade wir, die Sinnhaftigkeit wie die Luft zum Atmen brauchen. Es ist unsere Pflicht, dem Ruf zu folgen. Und dadurch heil zu werden und vielleicht zu heilen. 

 

Denn wir Bulgan, die mongolische Schamanin sagte: Die erste Heilung auf der Welt fand statt, als eine Mutter ihr Kind tröstete- wir schön? Wir alle heilen täglich: wenn wir unserem Arbeitskollegin tröstend die Hand auf die Schulter legen, unserem Partner eine Suppe kochen oder der netten Oma eine Blume schenken. Das alles ist Heilung. Wir alle können heilen.

 

Und uns verbinden- mit der irdischen und kosmischen Energie, die uns ergibt. Und mit allen Lebewesen, denn wenn es meinem Gegenüber schlecht geht, geht es mir auch nicht gut. Wir alle sind eins. Und wenn wir unserem Licht folgen und leuchten, dann werden und können wir nichts anderen tun als andere zum Leuchten zu bringen. Also- folge Deinem Leuchten und sei erfolgreich in dem, was Du tust. 

 

Das wünsche ich Dir. 

 

Jamila 

 

http://www.bluejay.eu/programm/schamanistische-heilrituale-und-personliche-medizin-am-zuriberg/

0 Kommentare

Die Devianz-Erschöpfung bei Hochbegabten

Die Devianz- Erschöpfung ist ein Phänomen, das den meisten Hochbegabten bekannt vorkommt, wenngleich sie vielleicht das Wort an sich noch nicht kennen. 

 

Doch was beutetet Devianz eigentlich? Devianz (französisch dévier, deutsch abweichen von) bezeichnet soziologisch oder psychologisch ein von der Norm  „abweichendes Verhalten, das gesellschaftlichen Regeln oder Erwartungen widerspricht. Unterschieden wird bei der Devianz in eine primäre und eine sekundäre Form. Bei der primären Devianz handelt es sich um ein einmaliges Überschreiten der vorhandenen gesellschaftlichen Normen und Werte, ohne längerfristige Folgen für das Individuum und sein gesellschaftliches Ansehen. Die sekundäre Devianz beschreibt, dass sich das deviante Verhalten zum beherrschenden Lebensstil entwickelt und so den Einzelnen oder die Gruppe vom Rest der Gesellschaft abgrenzt. Auch bei Eigenschaften und Merkmale, wie zum Beispiel Krankheit, Behinderung und Hautfarbe, kann in diesem Fall von Devianzen gesprochen werden.(…)“  *

 

Viele Hochbegabte bewegen sich zeitlebens in einem Umfeld, in dem sie meistens nicht verstanden werden oder sich wirklich wohlfühlen. Ihre Art zu denken und zu fühlen wird nie wirklich anerkannt oder geschätzt- sondern oft kritisiert oder bemängelt. Dies muss nicht immer offenkundig sein, oft ist es ein subtiler Druck, sich anzupassen und der „der Norm“ zu entsprechen. Aber so wie Andrea Brackmann in ihrem brillanten Buch schrieb „Jenseits der Norm- hochbegabt und hoch sensibel?“ geht es den meisten Hochbegabten. Ihr Leben lang  versuchen sie etwas zu sein, was sie nicht sind. Vergleichbar, wie wenn sich ein Wolfshund wie ein Eichhörnchen verhalten soll…

 

Wie James T. Webb in seinem Buch „Doppeldiagnosen und Fehldiagnosen bei Hochbegabung“ treffend beschrieb: „ Für ein hochbegabtes Kind bedeutet ständige Konformität einen enormen Aufwand an mentaler und emotionaler Energie, der zwangsläufig zu Unzufriedenheit führt.“ Dies beziehen Kehr und Cohn als „Devianz-Erschöpfung“, denn für Hochbegabte ist es enorm ermüdend, immer anders zu sein. Ein Mensch, der von Freunden, Familie und der Gesellschaft als Querdenker und Non-Konformist angesehen wird und immer ein deviantes Verhalten zeigt, der nicht für sich selbst und sein SEIN anerkannt und wertgeschätzt wird. Dieser Mensch leidet im Laufe des Lebens an einer Lebenserschöpfung, an einer Devianz-Erschöpfung und im schlimmsten Fall kann diese Ermüdung zu einer ausgeprägten Depression führen oder sich in Wutanfällen äußern. Oft ist den Betroffenen gar nicht bewusst, dass es an der übersteigerten Anpassung liegt und dem enormen Leid, das damit einhergeht. 

 

Wichtig ist: dass sich Hochbegabte bewusst sind, dass diese Erschöpfung angesehen werden möchte. Und dass es so wichtig ist, sein Naturell in Gänze zu leben. Nicht 50%, nicht 70%, sondern zu 100%. Der Wolfshund kann auch nicht nur halb richtig leben, sondern er muss seinen Instinkten bedingungslos folgen, sonst wird er krank.  Und so geht es den Hochbegabten. 

 

Hoffentlich konnte der Artikel helfen, dies anzuerkennen und sich darüber bewusst zu werden. Damit aus der Erschöpfung ein kreativer Schöpfungsprozess wird und Neues erschaffen werden kann. 

 

Alles Liebe, 

Jamila 

 

 

Quellen: 

*Zitiert aus https://neueswort.de/devianz/ 27.08.2017 ) 

https://de.wikipedia.org/wiki/Devianz

Doppeldiagnosen und Fehldiagnosen bei Hochbegabung: Ein Ratgeber für Fachpersonen und Betroffene von von James T. Webb (Autor), Edward R. Amend (Autor), Nadia E. Webb (Autor), Jean Goerss (Autor), Cathrine Hornung (Übersetzer)

Jenseits der Norm - hochbegabt und hoch sensibel?: Die seelischen und sozialen Aspekte der Hochbegabung bei Kindern und Erwachsenen (Leben lernen) von Andrea Brackmann

0 Kommentare

Drache der Angst

Der Drache speit Feuer, das mich verbrennt. Manchmal spüre ich nur seinen Atemhauch, die Andeutung des Schmerzes. Manchmal verbrennt mich sein Feuer. Er hat schon viele Narben und Brandmale hinterlassen. Der Drache aber ist immer bei mir und lehrt mich das Fürchten. Ich habe Angst, Todesangst vor ihm.

 

Er ist furchterregend, dämonisch mit roten Augen, unberechenbar und hat eine immense Kraft. Andererseits zieht er mich in seinen Bann. Es gibt etwas an ihm und in ihm, das mich magisch anzieht, mich fasziniert. Deswegen setze ich mich ihm immer wieder aus. 

 

Er kommt oft dann, wenn ich mich unsicher fühle- er riecht meinen Angstschweiss. Er riecht die Angst vor der Angst, spürt die Wellen, die mich überrollen- oft morgens früh, wenn mich das Grauen packt. Wenn ich aus der Traumwelt erwache, dann spüre ich seinen heißen Atem in meinem Nacken. Mein Körper reagiert mit jeder Faser meines Seins. Ich versuche, mich nicht zu rühren und erstarre- vielleicht über-riecht er mich, wenn ich mich tot stelle? Vielleicht, nur dieses eine Mal, lässt er mich in Ruhe und fliegt wieder davon, in die Angst-Welt, die mich seit Kindheit begleitet. Die Welt, in der das Universum schwarz ist, es keinen Gott gibt, in der Leichenteile umherschwirren, in dem es nur tote Seelen gibt und keine Augen. Es gibt keine Augen mehr in diesem Land der sterbenden Sterne. 

 

Aber, ich irre. Und doch ist da, eines Tages, die leise Ahnung, ein kleiner Schauer und ich bewege mich, zufällig-ungewollt, anders als bisher, auf ihn zu. Und der Drache reagiert auf einmal unsicher, fast schon ängstlich. Sag, kann es sein, dass selbst der Drache der Angst Angst hat? Ich zögere. Etwas in mir sagt mir: da musst Du hin, in seine Richtung. Und ich nehme all meinen MUT und strecke ihm meine Hand hin. Berühre vorsichtig seine Haut, sie ist so weich und glatt, gar nicht ruppig wie erwartet. Und auf einmal passiert das Wunder- der Drache streckt mir vorsichtig seinen feuerroten Kopf entgegen, demütig und unterwürfig, damit ich ihn auch dort sanft berühren kann. Es ist eine magische Begegnung. So voller Innigkeit, Verbundenheit und Liebe. Ich bin benommen. Trunken.Berührt. 

 

Und als der Drache auf einmal vorsichtig etwas zur Seite rückt, traue ich meinen Augen kaum. Denn dort, an dem Platz, liegt ein wunderschönes Ei. Es ist bestückt mit Diamanten, mit Perlen und bemalt in den schönsten Farben und Ornamenten. Noch nie, niemals, sah ich ein solch wunderschönes Ei. Es verzaubert mich, es umgarnt mich. Es geht eine seltene Strahlkraft von ihm aus, die mich in ihren Bann zog. 

 

Und als der Drache mich mit seinen (wunderschönen) Augen auffordert, das Ei anzufassen, geschieht das Wunder: es bricht die Schale auf, die Diamanten und Perlen fallen auf den Boden und ein kleiner Baby-Drache schlüpft heraus. Und in seinen Flügeln hält er einen Spiegel. Und als ich in den Spiegel schaue, sehe ich, was ich all die Jahre nicht sah, nicht sehen konnte. Und ich weinte. Weinte Flüsse. (Lloré ríos). Und ich weiss nicht, wohin mit dem Schmerz. Der Baby-Drache und seine Mutter bleiben indes die ganze Zeit bei mir, sie berühren mich nicht, aber schützen mich mit ihrer Kraft und ihrem Feuer. Und als ich durch den Schmerz gehe, transformiert sich etwas in mir. Setzt sich neu zusammen. Wird ein neues, altes Ganzes erschaffen. 

 

Fortan ist der Drache mein bester Freund. 

 

Unsere größten Ängste sind die Drachen, 
die unsere tiefsten Schätze bewahren. 

Rainer Maria Rilke 

0 Kommentare

Die zwei Hunde in uns

Ich hatte eine Woche lang einen Pflegehund, einen Rhodesien Richback: ein Kraftpaket voller Muskeln, Schnelligkeit, Energie, der extrem viel Auslauf braucht und immer in die Richtung vorwärts zerrt, um alles aufzusaugen, herumzujagen und seine Energie loszuwerden. Mein kleiner Wolfshund-Welpe ist total sensibel, langsam, muss alles beobachten und aufnehmen, sich hinsetzen, verarbeiten und einfach beschnuppern, ohne Eile und Tempo. Er setzt sich jede 5 Minuten hin, legt sich hin und bleibt dort einfach.

 

Wenn ich mit beiden spazieren gegangen bin, liefen sie in die komplett gegensätzliche Richtung. Der Rhodesian ist wie unser hochbegabte Teil in uns: der braucht den 6. Gang, die Schnelligkeit, leibt den Wind und das Spiel mit der Kraft, Abwechslung, Sport und Lebenskraft pur. Der Wolfshund steht für den hochsensiblen Teil, der langsam verarbeitet, schnell reizüberflutet ist, und gemächlich die Welt entdeckt. Wie nun geht man entspannt mit beiden Hunden spazieren ohne dass es ein Kraftakt ist?

 

Denn den einen Hund überfordert man, den anderen unterfordert man. Und genau das ist die Kunst bei Menschen, die hochbegabt und hochsensibel sind…

Wichtig ist, dass der Rudelführer, also Du,  auf beide Hunde achtet und beide Bedürfnisse wahrnimmt. Das geht nicht 24/7. Mal wird der eine Hund mehr ausgelastet, mal der andere. Trotzdem ist es immens wichtig, eine klare Führung zu haben und transparent zu sein. Damit beide Hunde spüren, wo die Grenzen liegen. So ist es auch mit der eigenen Hochbegabung und Hochsensibilität.

 

Die Kunst ist es, zu spüren, wann die eigene Hochbegabung mehr "Auslauf" braucht und rennen muss und wann der hochsensible Teil reizüberflutet ist und Ruhebraucht. Wann man den einen Hund laufen lassen soll, damit er sich austobt und dann ruhig ist und wann den hochsensiblen Hund von der Leine lässt, damit er sich in seinem Tempo reguliert… 

 

Das ist eine Achtsamkeitsübung. Sich bewusst werden über die zwei Hunde in uns. Und über die verschiedenen Tempi die beide brauchen. Und darüber, dass Du der Rudeführer bist und Deine Aufgabe es ist, beide angemessen zu füttern und zu führen.

Ich wünsche Dir viel Spaß bei Deinem täglichen Spaziergang mit den Beiden- wenn Du irgendwann die Balance hast, wirst Du die schönsten Momente leben! 


Warum Hochsensible gerne leiden...

Vielleicht eine gewagte These- ich stelle sie mal in den Raum. Manchmal beschleicht mich der Gedanke, dass wir Hochsensiblen (HS) gerne leiden. Uns gerne diesem Gefühl hingeben, dass es uns ganz schön schlecht geht. Weil wir so viel wahrnehmen, so viel fühlen, mit allen Sinnen dabei. Und „die anderen“ sind die Bösen. Die uns nicht verstehen. Die etwas stumpfer sind. Weniger bewusst. Und manchmal auch richtig hart.

Das stimmt. Und es stimmt nicht. Meine Erfahrung zeigt, dass wir Hochsensiblen manchmal einfach auch Jammerlappen sind. Punkt. Und dass es mir manchmal selbst auf den Keks geht, das Gejammer und das Genörgel. Das Opfer- Spiel. Nein, es trifft nicht auf ALLE Hochsensiblen zu, aber auf viele- mich eingeschlossen. Manchmal habe ich Phasen und Momente, da bin ich die EINZIGE, die soviel fühlt, so einsam ist, nicht verstanden wird und sowieso. Manchmal merke ich diese Tendenz auch bei meinen Klienten und unterbinde sie ziemlich sofort. Denn: JAMMERN HILFT NICHT. Mitgefühl schön. Aber auch in Grenzen, denn sonst ist es als Coach, Freund/in, Partner/in irgendwann soweit, dass man seinem HS-Gegenüber nicht hilft, sondern ihn nur negativ bestärkt. Denn irgendwann, wenn der Kreislauf nicht unterbrochen wird, isoliert man sich, weil man sich unverstanden fühlt. 

Was dagegen hilft: der Realitätscheck. Einfach mal nachfragen, beim nicht HS-Gegenüber: „Du, wie meintest Du das vorhin?“ oder „Ich habe das wahrgenommen, wie war Dein Eindruck?“ Denn auch wenn wir soviel fühlen, liegen wir nicht immer richtig. Will heißen, ein schräger Blick ist nicht gleich ein Mobbing-Affront oder eine persönliche Beleidigung, sondern vielleicht einfach nur der schlechte Tage beim Gegenüber. Den darf der nämlich auch mal haben. Deswegen ist er per se kein unsensibler Tölpel. Aber, wir leiden halt gerne. Und das manchmal auch gerne, nicht wahr?

Warum ich das schreibe? Weil es immer die perfekte Ausrede dafür ist, DEIN LEUCHTEN NICHT ZU LEBEN. Denn manchmal trifft es ja auch zu. Dass man tatsächlich gemobbt wurde. Niedergemacht. Schlechte Erfahrung. Aber nützt es Dir, da weiter zu verharren. Oder ist es für Dich eine Ausrede, um DICH nicht zu leben? Überprüf das bitte. Und lass es wirken. Wenn Du nun berührt bist, dann hat es etwas mit Dir zu tun. Dann schau hin.

 


Und lass es zu, dass ein neuer Mensch in Dir wächst


Warum Geld wichtig ist, Deine Begabungen zu leben!

Reicht.tum.

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal schreiben würde. Aber: ich liebe Geld. Mittlerweile habe ich ein richtig positives Gefühl für Geld. Für mich nur ein Mittel, um mir und vor allem anderen Freiheiten zu geben, um fließen zu können. Ich liebe Geld.

Vor ein paar Jahren sah das aber noch ganz anders aus: chronisch pleite, negative Glaubenssätze, die mich blockierten, Jobs, in denen ich unterbezahlt war (weil ich meinen Wert nicht kannte). Einstellungen á la "Wer Geld verdient, ist schlecht und geizig" waren nur eine der Glaubenssätze, die meinen Geld-Fluss blockierten. Und mangelnde WERT-schätzung meiner Person und mehr noch- meiner Begabungen.

 

Dann machte ich vor ca. 2 Jahre ein Coaching bei Nicole Rupp (Geldbeziehung, sehr zu empfehlen!) und bei meinem Mentor Frank Sauer: und ich arbeitete an mir, an meinen Glaubenssätzen. Ich liess es zu, mich auch verwöhnen zu lassen. Es auszuhalten, mich als "schlechter Mensch" zu fühlen. Obwohl ich mein ganzes Leben sehr viel und gerne gegeben habe. Und trotzdem immer wieder das schlechte Gewissen (die Hochsensiblen kennen das): "Darf ich das überhaupt? Steht es mir zu, in einem Hotel zu übernachten, wenn es anderen nicht gut geht? Die Nägel machen zu lassen für 50 Euro im Monat? Bin ich jetzt oberflächlich? Oder nicht mehr spirituell?“

 

Gerade Menschen, die spirituell sind oder sogar in diesem Bereich arbeiten, stehen permanent in diesem Konflikt: für diese Arbeit ziemt es sich nicht, Geld zu nehmen. Das macht man nicht. Das fühlt sich energetisch nicht gut an. Aber Leute: Geld ist in der heutigen Zeit nur ein TAUSCHMITTEL. Ein ENERGIEausgleich. Nicht mehr,  nicht weniger. DAS zu erkennen, dafür brauchte ich Jahre. Und ja, vielleicht bin ich in manchen Dingen oberflächlich(er). Aber wer ist das nicht. Und ist das schlimm? Nein. Und vor allem: es stimmt ja nicht. Ich bin nach wie vor die Jamila, die ich war, die sich aber eingesteht, dass auch sie sich Gutes tun darf, um erst dann LEUCHTEN zu können. Und was mache ich mit dem Geld, das fließt, das Freiheiten ermöglicht? Ich erfülle mir meine Träume. Ich reise, reise, reise. Ich tue das, was ich liebe. 

Vision.

Meine Vision ist aber noch mehr: ich möchte damit, hochbegabte und hochsensible Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterstützen, ihre BEGABUNGEN zu leben. Ich möchte investieren. In brillante Jungendliche und Erwachsense, in Querdenker, in die Underachiever, die ein Sprachrohr brauchen. Die eine tolle Idee haben, aber kein Geld, ein Unternehmen aufzubauen.

 

Ich möchte die deutsche Gesellschaft positiv und nachhaltig beeinflussen. Und dafür kann Geld ein gutes Tauschmittel sein. Wenn man dies positiv verwendet, dann ist Geld gut. Eigentlich ist Geld ja neutral, wir schreiben ihm unseren Wert zu. (Danke nochmal, Nicole & Frank, für Eure immerwährenden Impulse- ihr seht, sie tragen Früchte:). Und diese Freiheiten zu leben, dafür LIEBE ICH GELD! 

 

Und in meinen Coachings erMUTIGE ich (gerade) hochsensible und hochbegabte Frauen, die Unternehmerinnen sind / sein möchten, genau das zu leben. Fülle. Keinen Mangel. Und dadurch ihre Begabungen zu entfalten und ihr Leuchten in die Welt zu tragen! Wir brauchen mehr positive Beispiele von erfolg-REICHEN Menschen (in jeglicher Hinsicht, da geht es mir nicht um den materiellen, sondern auch um den emotionalen, intellektuellen und spirituellen Reichtum), die bewusst und nachhaltig mit ihrem REICHtum umgehen. Und ihre Macht nicht missbrauchen. Danke an dieser Stelle auch meinem anderen Mentor, Frank Sauer, der mich immer wieder an meine Werte erinnert, der mir immer wieder Korrektiv ist. Ich bin sehr sehr dankbar, das erkannt zu haben und leben zu dürfen.

 

Deswegen: Jungs und Mädels: lasst es zu, reich sein zu DÜRFEN und Geld zu verdienen. Eure Begabungen leben zu KÖNNEN. Den Reichtum weitergeben. Und LEUCHTET ENDLICH! 

 

Erfüllt, Jamila 


0 Kommentare

Das Restless-Brain-Syndrom bei Hochbegabten und Hochsensiblen

Wenn der Kopf nie stillsteht....

Neulich schrieb ich mit einem meiner Klienten, bei dem sogar ich von Zeit zu Zeit „STOPP“ sagen muss: aufgrund seiner ICE-Geschwindigkeit, der Verkettung seiner Synapsen und der Ruhelosigkeit seiner Gedanken. Daneben wirke ich wie die Schildkröte Kassopeia. Und so schrieb mein Klient, Patrick (dessen Name ich hier nennen darf) folgendes, was mir brillant erschien (obwohl es das in Fachkreisen schon gibt): 

 

"Hochleistungsscanner zu sein, ist ja nur das eine, wenn es um Hochgeschwindigkeit im Hirn geht. Ich brauchte noch lange, um zu erkennen, dass die Zeiten zwischen zwei Hochleistungsphasen keine Ruhephasen sind, sondern mein Hirn ständig Futter haben will. Eine Freundin, der ich versuchte, dieses zu beschreiben, hörte aufmerksam zu und fragte dann - für mich erklärend: "Dein Gehirn macht also nie Pausen?" 

In der Sekunde machte ich eine Pause. Volltreffer - sie hat etwas erkannt, auf das ich nicht gekommen wäre: Ich habe ein Restless Brain Syndrom. Man kann es auch mit den Joggern vergleichen, die an der Ampel auf der Stelle weiterlaufen: Stehenbleiben scheinbar verboten.Tatsache ist, dass ich mein Hirn beschäftigen muss. Sonst fängt es an, sich selbst Beschäftigung zu suchen. Und so, wie ich mein Hirn kenne, ist es ganz gut, wenn ich es an die Hand nehme und führe.

Sonst gibt es Irrungen und Wirrungen, wenn es gelangweilt vor sich hindenkt …." 

 

Dieses Phänomen, was er und Wissenschaftler, so treffend als Restlesse-Brain-Syndrom (RBS) bezeichnet, kennt jeder Hochbegabte und Hochsensible nur zu gut. Und scheitert immer wieder daran, eine RUHETASTE zu finden. Warum dies so ist?

 

Hochbegabte und Hochsensible nehmen sehr viel wahr. Hochbegabte aufgrund ihres hohen Denkvermögens & weil der Hippocampus besser eingestellt ist. Nach Teuchert-Noodt bedeutet dies auf der Synapsenebene „dass die Rezeptionsmöglichkeit für elektrische Signale aufgrund bestimmter chemischer Verhältnisse länger offen bleibt. Auf der Verhaltensebene bedeutet das eine höhere Wachheit (Sensitivierung und raschere Hemmung/Habituierung). Diese chemischen Verhältnisse sind angelegt.“ 

 

Eine höheres Denkvermögen & höhere Wachheit führt bei Hochbegabten eben auch zu oft zu einem RBS- soll heißen, die permanente Aufnahme und schnelle Verarbeitung von Informationen, chronische Neugier und unstillbarer Wissensdrang münden darin, dass das Gehirn nie still steht. Hinzukommen oft philosophie-existentielle Fragestellungen, die sich Hochbegabte und Hochsensible seit früher Kindheit stellen.

 

Hochsensible nehmen vor allem viel über ihre Sinne auf und haben eine unglaublich hohe Phantasie, dazu oft eine hohes Empathievermögen. Von Kindheit an spüren sie oft Gefühle von anderen Menschen, nehmen starke Verbindungen zu der Natur und Tieren auf, spüren einen Weltschmerz- und setzten sich eben mit dieser stark auseinander. Ein hohes ethisches und moralisches Verständnis prägt sie sehr oft, sie sind nicht selten Vegetarier oder Veganer, setzen sich für Umweltschutz ein und denken über den Sinn des Lebens nach. Das alles führt auch hier zu dem RBS. 

 

Die Frage, die viele nun stellen- und wie kann ich das RBS „behandeln“? Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht: es gibt keinen Hexenspruch und kein Allheilmittel. Erstens ist die Bewusstwerdung wichtig, dass das RBS ein Merkmal von Hochbegabten und Hochsensiblen ist. Punkt. Zweitens ist es eine Frage der Übung, sein RB unter Kontrolle zu halten.

 

Ich vergleiche dies so schön mit einem Tier: stell Dir vor, dein Verstand ist ein Tier. Benenne das Tier. Und dann erziehe es! Sonst tanzt Dir das Tier auf der Nase herum. Bei mir ist es mein Dobermann, der ganz schön laut bellt und echt unerzogen ist, wenn ich nicht immer wieder in die Führung gehe. Und darum geht es: den Verstand zu führen und sich nicht führen zu lassen. Zu lernen, auch den Moment anzunehmen und nicht alles tot zu analysieren. Worte auch mal Worte sein zu lassen und keine Doktorarbeit darüber zu verfassen. Anzunehmen, dass das Gegenüber vielleicht Dinge auch „einfach“ mal so gemeint hat wie gesagt. Und auch wenn nicht- dein RB macht es nicht besser, das Ganze intellektuell so zu zerpflücken, dass nachher kein Stiel mehr übrig bleibt. Also, ausatmen. Sein lassen. Meinetwegen eine Runde rennen, tanzen und schreien. Aber RAUS AUS DEM RESTLESS BRAIN. Rein in den Körper. Dann wird alles besser, versprochen! 

 

Jamila

(danke Patrick, für Deine immerwährenden Inspirationen- es ist eine Freude, Dich zu coachen!) 

 

Quellen: http://www.hochbegabtenhilfe.de/neurobiologische-forschung-zur-hochbegabung/

https://thepsychologist.bps.org.uk/volume-22/edition-10/restless-brain

0 Kommentare

"Ach Herr Zweifel- sind Sie auch schon wieder da?"

Bürokraten-Arsch.

Welche Hochbegabte und Hochsensible kennt Herrn Zweifel nicht? Pedantisch, nörglerisch, perfektionistisch, unsicher. Ein kleiner Bürokraten-Arsch mit einem braunen Lederkoffer voller Zweifel. Ich hasse Herrn Zweifel, habe eine richtiggehende Aversion gegen ihn. Weil er mir immer das Gefühl gibt, nicht gut genug zu sein. Eine Hochstaplerin. Nicht ehrlich genug. Nicht gut genug. Nicht intelligent genug. Schön genug sowieso nicht.

 

Nichts entgeht seinem prüfenden Blick. Jeder Makel wird taxiert und kategorisiert. In Schubladen gepackt und sorgfältig eingetütet. Und zu einem späteren Zeitpunkt ausgepackt, fein säuberlich und pedantisch, und mir vor die Nase gehalten. Herr Zweifel ist selbst voller Zweifel, die er auf mich projiziert.

 

 

 


In seiner Komfortzone.

Ein unangenehmer Zeitgenosse, der blockiert, der mich lähmt, der mich scheitern lässt. Der mir einredet, es sei besser, nicht weiterzumachen. Her Zweifel klingelt immer wieder an meiner Tür. Aber ich beobachte ihn, weiß Bescheid über sein Verhalten. Ich sehe ihm an, wann er sich aufmacht, die Hände reibt, um mir eins auszuwischen. Er kommt immer dann, freudig erregt in seinem spießbürgerlichen kleinen Leben, wenn etwas Großes bei mir bevorsteht. Der Sprung in die nächste Dimension. Wenn ich es wage, etwas zu machen, was außerhalb seines kleinen Komfortzonen-Leben liegt. Dann ist er ganz  begierig darauf, mich darauf hinzuweisen- in preußischer Manier- auf die Stoppschilder, die Begrenzungen und die Komfortzonen. Damit ich ihm nicht entwische,  damit ich bloss nicht brilliere. Überhaupt Brillianz- welch vermessenes Wort, welch Arroganz! Das kann Herr Zweifel nicht zulassen in seinem mausgrauen eintönigen Leben. Und so klopft er wieder, monoton, an meine Tür bis ich sie öffne mit dem immer gleichen Satz: „Ach Herr Zweifel- sind Sie auch schon wieder da?“


0 Kommentare

Hinter uns mein Land...

Exil.

Gerade höre ich dieses unglaubliche Video, diesen Text von den beiden brillanten Poetry Slammern, Babk Ghassim & Usama Elyas "Hinter uns mein Land" - und ich bin gerade so traurig, weil ich an meine Vater denke. Afghanischer Flüchtling, Flucht 1979. Und ich trauere stellvertretend für ihn um sein Land, das er verließ. Die Familie, die er nie wieder bis zu seinem Tod sah. Die Berge, die er verließ. Die Träume, die er begrub. 

Wievielen geflüchteten Menschen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak oder aus Afrika geht es so? Wieviele Menschen haben ihre Gefühle, Häuser, Träume, Sehnsüchte begraben? Und kommen nackt und zerrissen hier an? Werden angefeindet? Werden bespuckt? 


Heimat.

Mir zerreisst das gerade das Herz. An den Gedanken, was mein Vater, meine afghanische Familie und alle die Gestrandeten durchgemacht haben. Ich habe davon keine Ahnung. Nur ein leises Ziehen. Eine dumpfe Trauer, weil es mir weitergegeben wurde. Aber ich hatte das große Glück hier geboren und aufgewachsen zu sein. Ich habe eine Heimat und habe doch keine. Aber ich kann im Zweifel immer wieder hier zurück. 

Lasst und diesen Menschen eine Heimat sein. Lasst uns ihnen einen Ort geben, an dem sie Wurzeln schlagen können. Sonst sind sie über Generationen entwurzelt. Exil-traumatisiert. Ich weiß, wovon ich rede. Mein Vater war einer von ihnen....


0 Kommentare

Sie nannten sie Hexe...

oder...?

Sie war immer verschrien, man nannte sie Hexe. Sie konnte fühlen, was andere nicht sahen. Sie konnte spüren, was andere verdrängten. Sie sah Engel und Geister, vor denen anderen träumten. Sie war umgeben von Waldfeen und Kobolten. Sie roch den Tod. Hörte Stimmen. Sprach mit Seelen. Sah in die Augen durch, mitten ins Herz.

 

Früher hätte man sie verbrannt, heute wurde sie „nur“ ausgestossen. Als zu sensibel betitelt. Als komisch, unheimlich und „nicht von dieser Welt“- in ihren Augen spiegelten sich Universen. Manchmal konnte sie sich selbst nicht fassen. Sie hatte Mühe, das Heulen zu unterdrücken, in ihr drängte die Wölfin. 

Sie spürte die Lilith in sich, wenn Vollmond war. Sie passte sich an und konnte ihre Wildheit doch nicht verbergen. Ihr blieb nichts verborgen. Das machte ihm Angst. Ihr manchmal auch. Aber sie musst ums Feuer tanzen. Nackt. Wild. Für Frauen wie sie gab es keine Reihenhäuser-Garantie, und RTL2-Beziehungen. Ihr Schicksal war von vornerein besiegelt, auch wenn sie sich anfangs sträubte (das Nackenfell). Sie wollte doch so gerne auch normal sein. Ein bisschen mehr Durchschnitt, ein bisschen weniger Explosion.

 

Aber als sie die Freiheit roch. Als sie rannte. Barfuss. Frei. Als sie das erste Mal ekstatisch liebte. Innen-außen nackt. Da wusste sie: sie wollte nie wieder zurück. Und sie rannte lachend auf den Mond zu. Sie nannten sie Hexe…


8 Kommentare

Wenn Du Dich selbst nicht wieder erkennst…

...und Dinge machst, von denen Du erschrocken bist. Ent-täuscht von dem so perfekten Image, das Du über Dich kreiert hast. Vermeintlich fehlerlos und moralisch so rein. 

 

 

Gestern war so ein Tag- da habe ich etwas  getan, was ich nicht mit mir vereinbaren kann. Und ich knabbere daran. Sehr. Schaue mich im Spiegel an und erkenne mich nicht mehr. Meine Gedanken kreisen. Analysieren. Möchten mich zerfleischen- früher hätten sie es wie Aasgeier auch geschafft und mich fertig gemacht. Das ewige Drama das Hochbegabten und Hochsensiblen. Der Verstand, der einen umbringt. 

 

Was ist der Unterschied heute? Ja, die Gedanken sind da und ich kann sie manchmal nicht abstellen. Und auch wenn ich es meinen Klienten immer wieder propagiere, natürlich muss ich es auch immer wieder üben. üben. üben. 

 

Und wie auch bei dem Coaching mit meinem Mentor in Andalusien, muss ich lernen, dass bestimmte Dinge nur durch Disziplin zu erreichen sind. Was ich aber merke und das wird bei Euch, ihr Lieben, auch so sein, wenn ihr es übt: Meine Gedanken bestimmen mich nicht mehr so. Ich baue ein „STOPP“ ein- außerdem zerfleische ich mich nicht mehr sondern beobachte eher. Bewerte es nicht mehr so krass wie früher. Da war ich dann immer die schlimmste, schlechtestes, dümmste, hässlichste Person auf Erden. Und niemand konnte mich vom Gegenteil überzeugen. Heute bin ich noch immer sehr kritisch, aber liebevoll. Und annehmend. 

 

Und genau das ist es, was zählt. Dass wir nicht die negativen, zerfleischenden (das trifft es so gut) Glaubenssätze unserer Eltern, Lehrer, Ex-Partner etc. annehmen, sonder uns liebevoll uns zuwenden. Und uns dann selbst umarmem oder uns umarmen lassen. Denn hey- Du bist ein Geschenk Gottes und ich möchte Dich nicht missen! 


0 Kommentare

Dein Gold von morgen...

Inspiriert von dem wunderschönen Lied von Alexa Feser…

 

Du kommst auf die Welt mit so vielen Schätzen. Und als Kind bedienst Du Dich all Deiner Reichtümer, ohne darüber nachzudenken. Warum? Weil Du intuitiv handelst, weil Du nicht darüber nachdenkst, sondern dich treiben und fließen lässt. Und du singst, tanzt, malst, spielst Fussball, kletterst auf Bäume, löst spielerisch Matheaufgaben. 

 

Aber je älter Du wirst, desto mehr verschließt sich dein Schatz. Dein Gold funkelt nicht mehr so hell. Nein, es ist nicht weg, ganz im Gegenteil. Es ist verborgen. Warum? Weil Du Meinungen und Kritiken über Dich hörst, die Du annimmst. Du fängst an zu glauben, dass Schmerz der Teil Deines Lebens ist, dass Du nicht so gut sein kannst, wie Du fühlst. Wie Du fließt. Du fängst an, die gedachten und geäußerten Schablonen über Dich zu pressen, Dich in Schubladen hineinzuquetschen, Dich klein zu machen und nicht so sehr zu funkeln. Du gibst den anderen Recht, Dir Unrecht. Und Du fängst an, Deine innere Schatzkammer zu verschließen. Aus Scham, aus Unsicherheit, aus Angst. Du möchtest Dich nicht mehr zeigen und verletzlich werden. Zu oft wurdest Du das, oder? 

 

Aber nun bist Du nicht mehr glücklich. Und spürst, dass es so nicht mehr weitegehen kann. Denn Du warst früher glücklicher. Aber Obacht: nicht, weil Du ein Kind warst und keine Sorgen hattest (die waren damals in Relation genauso groß wie heute). Aber der Unterscheid ist, dass du damals intuitiv gehandelt und gelebt hast. 

 

Und jetzt?  „Wenn Dich das Leben niederstreckt und Du liegst mit dem Gesicht im Dreck, fang an zu graben, denn dort ist es verborgen, genau. Denn dort findest Du das Gold von morgen“ (so schön singt Alexa Feser). Gib Dich nicht dem Schmerz komplett hin. Nimm alles wahr, aber grabe. Gib nicht auf. Lass Dir von NIEMANDEM einreden, dass Dein Gold verschleudert wurde. Dein Gold funkelt noch mehr als je zuvor, es möchte nur poliert werden.  Und dann gezeigt werden. 

 

Du bist immer in Dir, Du bist immer bei Dir, Du bist immer auf dem richtigen Weg.

Dein Gold von gestern ist das Gold von morgen. Fang an zu graben, sieh hin und lass es glänzen...



0 Kommentare

Wie Nahrung das Wohlbefinden Hochsensibler beeinflussen kann!


Hochsensible reagieren auf vieles empfindsam: kratzende Kleidung, laute Geräusche oder starker Sonneneinstrahlung ebenso wie Medikamente können sich schnell negativ auf das Wohlbefinden von Hochsensiblen auswirken. Was aber oft unterschätzt wird ist die Nahrungsaufnahme, die den hochsensiblen Körper stark beeinflussen kann. 

Gerade wenn man nichts von seiner Hochsensibilität weiß, so wundert es nicht, wenn der Körper sehr stark mit psychosomatischen Beschwerden auf Zucker, Gluten oder Laktose reagiert. Daher ist es gerade für Hochsensible wichtig, verstärkt auf ihre Nahrung zu achten. Auf ausgewählte Bio-Produkte ebenso wie auf frische und unverarbeitete Lebensmittel, die den Körper nicht beschweren. 

 

Es gibt hier keine generalisierte Anweisung: manche vertragen Fleisch und Fisch gut, andere wiederum fahren mit einer veganen Lebensweise besser. Ich für mich bin gerade auf dem Weg dahin, mehr auf meine somatische Intelligenz zu achten und die Signale meines Körpers besser zu deuten. Dazu brauche ich weder einen Arzt noch einen Heilpraktiker, sondern lediglich das Bewusstsein und die Geduld. Gerade bin ich in einer Phase, wo es mir schwerfällt und ich zuviel Industriezucker esse und sofort die Quittung bekomme. Nicht allein der Hochsensible, sondern der Mensch an sich hat heutzutage mit vielen psychosomatischen Beschwerden zu tun. 

 

Nun kann es bei dem Hochsensiblen aber potenziert sein, da er der Körper und der Geist oft sehr sensibel auf bestimmte Lebensmittel reagieren. So sind Allergien, Migräne und Neurodermitis auch häufig anzutreffen. Umso wichtiger also, seinen eigenem Bio-Rhythmus zu folgen und zu hören: was möchte mir mein hochsensibler Körper mitteilen? Welche Signale sendet er bei welchen Lebensmitteln? Bin ich im Fluss meines Lebens und esse mit Leichtigkeit oder nehme ich als Substitutbefriedigung für anderes? 

 

Nahrung, Sex, Drogen, Alkohol und Sport erden den Hochsensiblen oft, wenn er (wieder) zuviel bei dem anderen ist, in anderen Sphären und sich nicht mehr spürt. Ich neige zum Beispiel dazu, zu essen, wenn es mir nicht gut geht. Und mittlerweile weiß ich dann: ich bin wieder nicht im Fluss, nicht mit mir in Kontakt und muss mich damit erden. 

 

Achte daher ganz besonders auf Dich, Dein Körper und Deine Seele werden es Dir danken! 



0 Kommentare

Tanze mit Deinem wilden Chaos! 


Ich habe es satt: satt, die ganzen Moralvorstellungen über vermeintliche wichtige Konventionen, die gar keine sind. Ich habe es satt nach irgendwelchen Regeln zu tanzen, die nur einengen und mich beschneiden, anstatt mich zur erfüllen und zu bereichern. Ich habe es satt, Menschen zu zuhören, die nichts zu sagen und zu leben haben. Ich habe es satt, Dinge im Internet und in den Medien anzuschauen, die meinen Geist zu müllen. Menschen, die stumpf vor sich hinleben und meinen, sie seien unsere Vorbilder. Ich habe es satt, satt zu sein. 

 

Ich möchte wild mit dem Chaos tanzen und mich verwirklichen. Wie die Ziege, mein heutiges Krafttier. Ich möchte keine Kompromisse mehr eingehen, die faul sind und stinken. Ich möchte die Kräfte der Natur durch mich fließen lassen und ekstatisch auf den Feldern tanzen. Mich der Lust hingeben. Was interessiert mich, was die anderen sagen? Nur die sagen etwas, die nichts zu sagen haben. Also gebe ich mich weiter meine zügellosen Leidenschaft hin und zelebriere meine Wildheit. Die Wildheit, die exotische Länder erforscht und neue Kulturen kennenlernt. Die nicht aufhört, Menschen zu entdecken und sich der Sinnlichkeit hingibt. Die selbstverloren bis morgens verschwitzt Salsa tanzt. ICH TANZE MIT MEINEM CHAOS UND LIEBE ES! 

 

So wie Nietzsche einst sagte: „Man muss noch  Chaos in sich tragen, um einen tanzenden Stern gebären zu können“. Hast Du deinen Stern schon geboren? Wo ist Dein wildes Chaos? Hast Du es schon zu sehr geordnet und in Schubladen abgelegt, aus Angst, zuviel zu fühlen? Dich hinzugeben? Zu lieben? Zu leiden? 

 

Wo ist Deine Lebenskraft, wo Deine Energie? Tanze Dich frei, fließe mit DEINEM Lebensrhythmus, nicht dem, der von der Gesellschaft diktiert wird. Der, der für Dich bestimmt ist. Um Deine Lebensvision zu erschaffen! 


0 Kommentare

Wenn Missbrauch Dein Lebensbegleiter ist…


Wurdest Du schon missbraucht? Sexuell, emotional, physisch, psychisch? Kannst Du dich davon komplett freisprechen? Oder verdrängst Du den Missbrauch in Deiner Kindheit, Jugend, Deinem Erwachsenenalter? 

Wo fängt Missbrauch an, wo hört er auf? Eine schwierige Frage, die ich weder wissenschaftlich noch psychologisch beantworten kann. Ich kann nur meine Meinung dazu äußern. 

 

Für mich fängt Missbrauch an, wenn Dir als Kind, Jugendlicher oder Erwachsener Dinge aufgezwungen wurden, die Du nicht wolltest, die Dich in Deiner Freiheit beraubt haben, die dich zu etwas genötigt haben. Als Kind ist das besonders dramatisch, weil Du Dich nicht wehren konntest. Psychischer sexueller Missbrauch fängt nicht erst bei einer Vergewaltigung an. Missbrauch fängt viel früher an und ist viel subtiler. In der Psyche, in der Seele. Wenn Dein Vater Anspielungen macht und Du spürst, dass es nicht ok ist, was er sagt- vertrau darauf, es ist richtig. Wenn Deine Mutter Dich zu Sachen zwingt, die eine heftige Abwehr hervorrufen, weil Du spürst, dass sie das nicht darf- vertrau darauf, es ist richtig. Wenn Dein Bruder sich Dir annähert und Dein ganzer Körper rebelliert dagegen- vertrau darauf, es ist richtig. Wenn Dein Mann nachts über Dich herfällt, obwohl Du „Nein“ gesagt hast- vertrau darauf, es ist richtig. 

 

Nimm den Ekel, den Hass, den Abscheu wahr. Die Wut. Die Trauer. Die Einsamkeit. Die Gefühle, die Du als Kind empfunden hast- sie waren und sind richtig. Die Reaktionen, die Du gespürt hast und vielleicht sogar jetzt als Erwachsene hochkommen, sie haben ihre Berechtigung und möchten Dir etwas sagen. Vielleicht hast Du dich nie als „missbraucht“ angesehen. Vielleicht hast Du innerlich die Reaktionen Deiner Eltern, Tanten, Onkels, Cousins, Lehrer etc. verteidigt, weil Du abhängig und hilflos warst. Aber ein Kind SPÜRT, wenn etwas falsch ist und wenn sich etwas nicht richtig anfühlt. Die Seele reagiert extrem sensibel auf Überschreitungen und sendet Signale, damit Du sie wahrnimmst. Du konntest als Kind nicht anders reagieren als ängstlich, verschreckt, wütend, rebellisch oder abwehrend. Du hast es genau richtig so gemacht, wie Du es gemacht hast. 

 

Und wie ist es jetzt? Merkst Du manchmal, dass Gefühle, die Du als deplazierst erachtest, auf einmal hochkommen, in Situationen, die scheinbar nichts mit dem Missbrauch von früher zu tun hatten? Und was wäre, wenn doch? Was wäre, wenn Du jetzt dafür bereit bist, Dir diesen Missbrauch anzuschauen und aufzuarbeiten? Nimm alle Gefühle wahr und verurteile sie nicht. Manchmal ist es schmerzhaft, oft nicht schön, das zu fühlen, was man als Kind verdrängt hat.

 

Wenn Du merkst, dass es Dich überkommt, wenn Du nicht mehr weiter weißt- dann such einen Therapeuten auf, nimm professionelle Hilfe in Anspruch. Vertraue Dich Freunden an. Du bist nicht alleine. Leider haben es viele mitgemacht. Und wenn Du zulässt, darüber zu sprechen und Dich zu öffnen, wirst Du sehen, wie viel Zuspruch und Hilfe Du bekommst. Das, was Du damals so dringend benötigt hättest. Lass nicht zu, dass der Missbrauch Dein Lebensbegleiter wird. Mach Schluss, Du brauchst ihn nicht mehr. Du bist stark genug, sonst wärst Du nicht so weit gekommen…



1 Kommentare

Wenn die Lebenslüge zum Gefängnis wird...


Wenn die eigene Lebenslüge zur Folter wird…

Wir kennen das doch alle- Lügen, in denen wir uns verstricken, um uns nicht mit uns zu konfrontieren. Den Spiegel der Wahrheit nicht anschauen wollen, sondern ihn lieber verdrecken lassen. Konfrontationen mit Menschen meiden, um uns nicht selbst zu stellen. Den Kellern. Den Leichen. Manchmal sind Lügen hilfreich, manchmal sogar not-wendig. Die „white lies“ zum Beispiel, die niemandem wehtun („Ich habe heute keine Zeit, muss leider absagen“, damit man die Zeit sinnvoll für sich nutzt). 

 

Was ist aber, wenn aus einer kleinen Lüge eine Lebenslüge wird? Wenn die Lüge Dir und anderen schadet? Wenn sich die Lüge über Jahre hinwegzieht und Du dich soweit darin verstrickst, dass Du keine Luft mehr bekommst? Du Jahre Deines kostbaren Lebens wegschmeißt, um Dich nicht zu fühlen? 

 

Wie viele Menschen sind mit ihren Partnern zusammen und machen sich vor, ihn bedingungslos zu lieben? Wie viele Ehen basieren auf einem Trugschluss und dem stillen Agreement „Hauptsache nicht alleine“? 

 

Ich selbst kenne solche Lebenslügen. Oft habe ich mir etwas vorgemacht. Und immer wurde ich dafür karmisch bestraft oder sagen wir mal „zur  Vernunft gebracht“. Weil die Seele frei und aufrichtig lieben und leben möchte. Sie möchte sich nicht durch falsche Versprechungen geißeln lassen und schon gar nicht, bei einem Menschen, einem Ort oder in einem Beruf feststecken, der ihrem Naturell nicht entspricht. Sie ist geduldig, kann viel aushalten und ist wahnsinnig leidensfähig- aber je länger Du Deine Lebenslüge aufrecht erhält, desto sicherer kannst Du Dir sein: Du wirst den Boomerang hart entgegen geschleudert bekommen. Und vielleicht brauchst Du das auch- um wieder in die richtige Bahn zu kommen, Dienen Lebensweg einzuschlagen und Dich nicht von der verlockenden Komfortzone einfangen zu lassen. 

 

Decke Deine Lebenslügen auf- sie tun weh, es ist nicht schön, aber Du bekommst die beste Belohnung: Du bleibst Dir treu, Du verrätst Dich nicht und Dein Innerstes. Du folgst Deinem inneren Stern. Du lebst wie Du gemeint worden bist…


0 Kommentare

Von der Hochbegabten, die nur einen Nobelpreis wollte...


Sie war ein in sich fallendes Mädchen, das sich ihre Welt immer bunt malte. Immer spielte sie in der Natur und hörte den Vögeln zu und erfand eine Tiersprache, die sie alles vergessen ließ. Sie spürte von klein auf an eine tiefe Verbindung zu allen Lebewesen, zu Tieren, zu Pflanzen. Zur Natur. 

 

Zu Hause fühlte sie sich verloren und verleugnet. Sie spürte eine Abwehr, die sie nicht einzuordnen vermochte. War es Gleichgültigkeit? Oder sogar schon Hass? Sie zog sich immer mehr zurück in ihre eigene Gefühlswelt. Sie las und las bis in die Nacht und sponn ihr eigenes Gedankennetz. Sie sog die Wörter wie eine Sucht in sich ein und verlor sich in schönen Sätzen. Die Musik war ihr Freund, sie brachte sich selbst das Gitarre-und Klavierspielen bei. Noten waren ihr zuwider, sie war eine Gefühls-spielerin, intuitiv, seelisch, sich hingebend. Ihr Geist suchte ständig nach Abwechslung und schon in frühen Jahren verschlang sie theologische, philosophische und psychologische Bücher. Auch die Medizin hatte es ihr angetan. Die Astronomie. Astrophysik. Es gab kaum ein Themenfeld, das ihr Intellekt nicht ansprach. 

 

Wenige ihre Mitschüler waren so wie sie, aber es machte ihr nicht viel aus, da sie es bevorzugte, alleine mit sich und ihren Büchern und Schriften zu sein, als sich der Norm anzupassen. Sie tat dies nicht aus einer rebellischen Haltung heraus, vielmehr aus einer intrinsischen Motivation, die sie nicht einsam fühlen ließ, sondern erfüllt.

 

Zu Hause wurde die Situation immer angespannter. Der Vater verlor sich in seiner Sucht, die Mutter konnte nur schwer entkommen. Sie flüchtete in die Großstadt in das Studium, das ihr Halt und Wegweiser war. Schloss sich politischen Gruppierungen an und fand in der Sinnhaftigkeit des Aktivismus einen Sinn im Leben. Verdrängte ihre Familie und lud neue Menschen in ihr Herz ein. 

 

Sie wurde schwanger. Sie liebte ihr Kind vom ersten Moment an. Auch wenn die Ehe nicht glücklich war, sie war es wegen ihres Kindes. All das aufgesogene Wissen gab sie ihr mit der Muttermilch weiter. Bastelte, musizierte, diskutierte, stritt und liebte mit ihrer Tochter, die ihr so ähnlich-unähnlich war. Dass sie das Studium für ihre Tochter aufgab, war damals nicht anders möglich. Später jedoch sollte sie oft an die verpassten Chancen denken. Nach ihrer vielversprechenden Musik-Karriere, den brillanten Liedern, den außergewöhnlichen Kunstzeichnungen… was blieb da noch? Eigentlich hatte sie immer alles, was sie anfasste, in ein Einmaliges verwandelt. Eigentlich war sie in den meisten Bereichen immer überdurchschnittlich gut gewesen, das wurde ihr zumindest immer gesagt. Aber eigentlich konnte sie das nicht fühlen. 

 

Denn sie war eben nicht perfekt. Sie hätte ein Wunderkind werden sollen. Sie hätte ein Genie werden sollen. Und genau das wurde ihr zum Verhängnis. Dass sie ihre Brillanz nicht spüren konnte. Ihre vielfachen Begabungen, ihre außergewöhnliche Intelligenz nicht in dem Maße zu schätzen wusste, wie es angemessen war. 

 

Beziehungen gingen in die Brüche. Partner, die ihr unterlegen waren, die sie aber im ersten Moment nicht sah. Sie sah sie als ebenbürtig an. Sie verliebte sich immer in das Potential der Männer, nie jedoch in deren wirkliches Wesen. Sie liess sich verleugnen, ausnutzen. Bis es ihr reichte und sie ging. Fort. Innerlich nackt und äußerlich fellig. Sie fing an zu schreiben und doch blockierte sie immer wieder ihr eigener Perfektionismus. Sie wollte nicht weniger als den Nobelpreis erhalten. 

 

Wie die Geschichte ausgeht? Das weiß nur sie alleine. Ich weiß, dass sie für den Nobelpreis nominiert werden wird. Auf die eine oder andere Weise. 

 

In ewiger Liebe zu Dir, B.- Du, die so viel Potential und Begabungen hat, dass es für einen Nobelpreis nicht ausreichen würde... 


0 Kommentare

Liebeskummer bei Hochsensiblen-vom Sinn und Unsinn des (falschen) Leidens



Einen Un-Sinn gibt es m.E. eigentlich gar nicht, denn letztendlich hat doch alles seinen Sinn. Aber Leiden kann in manchen Situationen tatsächlich un-sinnig sein. Wann? Wenn das Objekt der Begierde stilisiert und idealisiert wird. Wenn Du Dich selbst dadurch abwertest, um die andere Person aufzuwerten. 

 

Manche Hochsensible leiden seit Kindheit an unter einem gestörten und negativen Selbstbild. Erkennst Du Dich darin wieder? Dir wurde zu oft gesagt, wie empfindlich (nicht empfindsam) Du seist. Wie anstrengend und kompliziert (nicht komplex). Wie sensibel Du alles wahrnehmen würdest (nicht feinfühlig). Dass Du zuviel nachdenken würdest, zuviel reflektieren würdest. Dass Du Dich nicht so anstellen sollst. Einfach mal lockerer sein, das Leben nicht so schwer nehmen. Ein bisschen normaler, einfacher, pragmatischer. Weniger schreckhaft, weniger geruchsempfindlich. Weniger Du, mehr die anderen. 

 

Und nun bist Du an einen Partner geraten, hast Dich in einen Mann oder eine Frau verliebt, der Dir genau das widerspiegelt, nicht wahr? Der Dir die Glaubenssätze vorhält, der Dir das Gefühl gibt, ZU zu sein. Zu sensibel, zu nachdenklich, zu anstrengend, zu kompliziert. Und je mehr er Dich in Deine Glaubenssatz-Welt drängt, umso mehr machst Du Dich abhängig. Und gibst ihm innerlich Recht. Weil Du es nicht anders kennst. Weil es schwer ist, zu glauben, dass Du ihm/ ihr einfach ZUVIEL bist. Und er/sie Dir zu wenig. 

 

Dein Partner verlässt Dich. Und gibt Gründe vor, die sehr gewichtig erscheinen. Und glaubhaft. Und logisch. Du bist verantwortliche für das Beziehungsende, weil Du immer so neugierig warst (aber er war immer verschlossen). Du hast ihm die Luft zum Atmen genommen (dabei hat er Dir kein Vertrauen geschenkt). Du bist SCHULD. Wie IMMER. 

 

Und Du verlierst Dich im Liebeskummer. Und Liebesleid. Und meinst Du fühlen, dass er/sie der Richtige ist. Ja, der Richtige für dein altes ICH. Der richtige Unrichtige. Der Unsinnige. Der, dich klein hält, um sich nicht mickrig zu fühlen. Der Dich fertigmacht, um seine Ängste nicht zu spüren. Der Dich verbal missbraucht, um seine eigene Inkompetenz nicht zu fühlen und sich nicht mit seinen Verlusten konfrontieren zu müssen. 

 

Es macht Sinn, diese Ent-täschung aufzudecken. Um sie zu trauern. Ihr nachzuweinen. Nicht dem Menschen, sondern der Illusion. Es ist jedoch Unsinn zu glauben, dass Du nur mit diesem Menschen existieren kannst. Oder durch ihn.

 

Es ist sinnvoll, Dein Potential zu fühlen und zu leben. Es ist sinnvoll, Deine Größe leuchten zu lassen. Und wenn Du Dich fühlst, Deinen Schätze und sie annimmst, wird derjenige kommen, der sie genau so liebt wie Du! 


2 Kommentare

Wie Du als Scanner Deine Berufung findest!



Wenn Du viel Wissen aufnimmst, ständig neue Interessen hast, Dich leicht begeistern lässt und schnell Feuer fängst, multi-talentiert bist und schnell im Handeln und Denken, dann kann es sein, dass Du ein Scanner bist. 

Was aber ist der ideale Beruf für Dich? Wie kannst Du Deine 1000 Interessen und Leidenschaften kanalisieren? Wie kannst Du Dich fokussieren? Wie kannst Du Deine Berufung finden? 

 

Zu aller erst ist es wichtig, Dein Scanner-Sein anzunehmen und es großartig zu finden. Die Welt braucht mehr Multi-Talente, das ist meine Meinung. Es ist sehr wichtig, Experten in gewissen Bereichen zu haben- Spezialisten, die ein enorm großes Fachwissen mitbringen. Es ist jedoch genau so wichtig, die multibegabten Scanner in der  Gesellschaft zu fördern, die sich in vielen Thematiken gut auskennen und die Gesellschaft mit ihren Talenten bereichern. 

 

Die gute Nachricht: Du darfst weiterhin so fröhlich vor Dich hinscannen wie bisher. Nur fokussierter. Soll heißen: 

Fang an zu träumen und schreibe Dir Dein Berufsziel oben drüber, wenn Du es schon weißt. Wenn nicht, dann male oder schreibe auf einem Blatt Papier deine Interessen, Hobbies, Leidenschaften auf und schreibe darüber, wie viel Zeit pro Woche Du für dieses Hobby investierst.  Bleibe nun bei jedem einzelnen der Dinge stehen und fühle, wo Dein Herz ganz besonders anfängt zu hüpfen. Vielleicht es bei Astrophysik? Oder beim Klavierspielen? Oder Seidenmalen? Egal, wie komisch es Dir am Anfang erscheint, es ist das Zeichen, dem Du weiter nachgehen solltest. Stelle Dir die Frage: bei welcher Tätigkeit fließt es? Fließe ich? Dahin, in mich hinein, in die Welt, in den Moment? Wann bin ich eins mit mir? Hier steckt Deine Leidenschaft! Die möchte gelebt und geliebt werden, denn dazu bist Du berufen worden! 

 

Mehr als 3 Interessen solltest Du nicht herausfiltern, sonst verhedderst Du dich. Die anderen Interessen kannst Du in Deiner Freizeit weiterhin verfolgen, eventuell solltest Du aber hier weniger Zeit pro Woche investieren. Wenn Du 3 (oder 2 oder 1) Leidenschaft(en) markiert hast, fange an zu fühlen und zu assoziieren, was es für Berufsmöglichkeiten dafür gibt. Oder Du hast überlegt, Dich selbständig zu machen und Dich nie getraut? Dann ist es jetzt Zeit dafür! 

Ich habe den Sprung auch letztes Jahr gewagt und habe nach dem Jakobsweg meinen Job gekündigt, um mich selbständig zu machen. Und seitdem kann ich all meine Scanner-Interessen ausleben. Es fühlt sich wunderbar und frei an! 

 

Falls Du nicht sofort auf einen Beruf kommst, dann frage deine Freunde, die dich gut kennen. Setz Dich mit kreativen Menschen zusammen, nutze die Intelligenz der Gemeinschaft. Auch ein Coaching ist hier eine sehr effektive Alternative.  Denn: Deine Gabe ist auch Deine Aufgabe, vergiss das nicht! Und die Welt möchte an Deinem Talent teilhaben.

 

Viel Spaß beim Entdecken und Er-leben Deiner Berufung! 


0 Kommentare

Die sinnliche Erotik Hochsensibler... 



Das Thema Erotik und Sinnlichkeit ist gerade für Hochsensible ein besonderes Thema. Durch die starke und intensive Wahrnehmung über ihre Sinne, fühlen sie beim Sex oft besonders viel- soviel, dass es manchmal nicht auszuhalten ist. 

 

Taktile Empfindlichkeit kann einerseits unglaublich stimulieren und wunderschöne Erfahrungen mit sich bringen, manchmal aber schnell auch zu intensiv werden, um nur ein Beispiel zu nennen. 

 

Aber gerade die intensive, phantasiereiche Wahrnehmung Hochsensibler ist prädestiniert dafür, einen wahren Sinnes-Orgasmus zu erleben und das Gegenüber zu verzaubern und selbst in eine andere Welt abzutauchen. Gerüche feiner wahrnehmen, das Berühren der Haut. Atem. Gestreichelt werden. Den anderen schmecken. Sich hingeben. Miteinander verschmelzen.

 

Lässt ein Hochsensibler seine Kanäle bewusst auf, lässt er zu, sich den Reizen auszusetzen, um sie für einen Sinnes-Orgasmus zu nutzen, wird es für beide ein unvergessliches Erlebnis. Trotz der manchmal (zu) intensiven Erfahrung und der seelischen Hingabe, der Angst vor Verletzungen und dem "Sich-in-die-Seele-blicken-lassen" und den andern spüren- renn nicht weg vor dieser Erfahrung, sondern öffne Deine Sinne noch mehr!

 

Warum ich das schreibe? Weil ich Dich ermuntern möchte, Deine Hochsensibilität gerade in der Erotik zu nutzen und Dich an ihr zu erfreuen. Es ist wunderbar, hochsensibel zu sein und diese Sinnlichkeit zu genießen, gerade auch in der Sexualität. Diese Verbundenheit zu einem anderen Menschen zu spüren und sich hier hinzugeben, ohne die Angst, verletzt zu werden. Das ist ein Balance-Akt, gerade für die Hochsensiblen. Aber wenn dieser gelungen ist, kann wahre und freudvolle Sexualität entstehen und macht Raum für vieles Neue. 

 

Benutz Deine Sinne, um zu fühlen, schmecken, riechen und gib Dich der schönsten Sache der Welt hin! 


2 Kommentare

Was möchtest Du dem neuen Jahr schenken? 


Oft fragen wir uns: was wird das neue Jahr für mich bereithalten, was erwartet mich, was wird Aufregendes passieren? 

Hast Du die Frage schon einmal umgedreht? Was möchtest Du dem neuen Jahr denn schenken? Wie viel von Deinen Gefühlen möchtest Du geben? Wie weit möchtest Du Dich öffnen? Wie tief möchtest Du Dich hingeben? Wie sehr lieben? Wie sehr schenken? Wie viel fühlen?

 

Verändere Deine Haltung, das Jahr wird es auch. Warum ist das so wichtig? Weil die Forderung oder Erwartung an das Jahr, an eine Person, an Dich selbst immer automatisch zu Misserfolg führen MUSS. Daran führt sicher kein Weg vorbei. 

 

Wenn Du aber mit Demut und Offenheit in das neue Jahr steigst, wenn Du mit Freude und Neugier einer anderen Person begegnest- dann wirst Du immer beschenkt. Dann wird das Jahr ein freudvolles. Dann wird die nächste Begegnung eine intensive. 

Und am allerwichtigsten ist die Frage: Was möchtest Du Dir im neuen Jahr schenken? Ich stelle seit 3 Jahren immer ein Jahres-Motto auf, das mit meine Intiution verrät. Das Jahr 2014 war das Seelenjahr und 2015 das Beziehungsjahr. Das nächste Jahr wird für mich das Jahr der Finanzen werden. 

 

Und welches Motto stellst Du Dein Jahr? Horch mal in Dich hinein, die Antwort kennst Du schon. Lass Deine Intuition mal öfter zu Wort kommen. Sie wird es Dir danken und Du ihr noch viel mehr. Es ist wunderbar. Das neue Jahr. Das alte Jahr. Du. Ich. Für dürfen bereit sein, sich das einzugestehen und uns mit Freude dem Kommenden zuzuwenden. 

 

Von Herzen wünsche ich Dir ein würdevolles, aufregendes, inspirierendes, sinnliches, unvergessliches, trauriges, euphorisches und besonderes neues Jahr 2016! 



1 Kommentare

Wo ist Deine innere Wolfsfrau vergraben? 


Du hochbegabte, hochsensible Frau- wo ist Deine innere Wolfsfrau? Wo hast Du Deine weibliche Intuition vergraben? Wann heult sie, Deine innere Wolfsfrau? In welchen Momenten lässt Du sie aufjaulen- die Wilde, Unbezwingbare in Dir? Die sich nicht um die Normen schert und ihren eigenen Weg geht?

 

Oder hast Du eine überangepasste Hündin in Dir, die immer winselnd um Aufmerksamkeit bettelt? Die ihre Talente und Begabungen unterdrückt, damit sie ein bisschen Futter bekommt? Die ihren Schwanz einzieht, um nicht für sich einzustehen? Und jeden Kampf verliert?

 

Welche Wölfin, welche Hündin fütterst Du in Dir? Wo ist die leidenschaftliche, hingebungsvolle, talentierte Frau- wo das verträumte, kreative und sensible Mädchen geblieben? Wo hast Du sie versteckt? Wann lässt Du sie endlich aus ihrem Zwinger heraus und heulst mit Deinesgleichen?

 

Glaubst Du, Du hast noch immer Zeit? Bist Du so naiv anzunehmen, dass der Zeitpunkt IRGENDWANN kommt? Deine Wölfin ist immer in Dir, sie heult auch noch immer, auch wenn Du sie verhungern lässt. Ihr Ruf ist schwächer geworden mit der Zeit- aber sie ist noch nicht ganz gestorben. 

 

Lass sie raus. Gib ihr Futter. Kraft. Energie. Steh auf. Richte Dich auf. Leb Dein Dir bestimmtes Leben. LEB DEIN NATURELL! Kämpf Dich frei. Sträube die Nackenhaare. Beiße notfalls, falls Dir jemand in die Quere kommt. Aber das wird niemand. Denn jeder erkennt die Wölfin. Und die, die ihr nicht gewachsen sind, werden sich schnell aus dem Staub machen. Die, die sie erkannt haben, werden sich ihr anschließen und sie werden in ihrem Rudel endlich glücklich werden. 

 

Ich möchte Dein Wolfsgesang endlich hören!

 

(Inspiriert durch das Buch „Die Wolfsfrau“ von C.Pinkola Estés) 



1 Kommentare

Der hochbegabte Krieger des Lichts, der seine Gefühlsschlacht verlor...


Es war einmal ein hochbegabter Lichtkrieger. Er war noch ein kleines Kind, da nahm er die Welt schon anders war. Er begriff die Dinge in Sekundenschnelle. Er fühlte die Spannungen und Ablehnungen der Welt so tief. Er nahm Geräusche sehr stark wahr. Fühlte eine tiefe Verbindung zur Welt. Er kombinierte blitzschnell alles. Er stellte Autoritäten in Frage. Er brach die Regeln. Er war non-konformistisch. Er war hochbegabt. Er war hochsensibel. Er war einsam. Er war der Krieger des Lichts. 

 

Seine Eltern stammten aus de Iran. Er sah aus wie der Persische Prinz und benahm sich auch so. Zu Hause wurde er nur über seine Leistungen definiert. Das hatten orientalische Eltern so an sich. Sie meinten es nur gut. Überschütteten ihn mit Liebe & Essen. Spürten sein unsagbares Talent. Als er in die Schule kam, mieden sie ihn. Er war ihnen unheimlich. Er war so dunkel, so gefährlich. Er wusste immer alles besser, er wirkte arrogant. Indifferent. Und er war hochbegabt. Hochsensibel. Einsam. Er war der Krieger des Lichts. 

 

Als selbst die Lehrer sich von ihm abwandten, als er keinen einzigen Freund in der Schule besass. Als er sich im frühen Jahren überlegte, sich das Leben zu nehmen. Als er kurz davor war, zu verzweifeln- da schwor er sich eins: es würde ihn nie wieder jemand so verletzten. So demütigen. So ausgrenzen. So verachten. Also packte er seine Gefühle ein, vergrub sie tief in der Erde. Schüttete Beton drüber. Und zog den Maschendrahtzaun um sein Herz. Legte Pfeil und Bogen an. Unser hochbegabter, hochsensibler Krieger des Lichts, der immer einsamer wurde. 

 

Er wuchs heran. Er wurde immer interessanter. Klüger. Charismatischer. Zog Frauen magisch an. Ging Beziehungen ein, aber bezog sich nie. Liebte nie. Er zog in ferne Länder, ging auf See, schlug sich in alleinigen Schlachten gegen seine Dämonen. Die verfolgten ihn immer. Schicksalsschläge konnten ihm nichts anhaben. Sie tangierten ihn nicht. Tode von Freunden, Familentragödien- er belächelte sie alle Mal. Nach außen lebte er ein freies Leben. Es interessierte ihn nie, was andere dachten. Er fühlte keinerlei Empathie. Er war wie ein Wildes Tier. Aber innerlich- verlor er alle Schlachten. 

 

Bis er eines Tages ihr begegnete- der Kriegerin des Lichts. Sie zog ihn magisch an. Er fühlte auf einmal ein Licht, das leise glomm. Er verspürte eine Herzenswärme, die ihm fremd war. Er fühlte so etwas wie Liebe. Zum ersten Mal in seinem Leben. Aber sie stieß ihn zurück. Sie spürte seine Einsamkeit. Sie spürte seine Dämonen. Sie war selbst verloren. Sie konnte sich nicht ihn ihm  und mit ihm verlieren, da würden sie beide diesen Kampf verlieren. Er fing an, zu verzweifeln. Sich zu verbiegen. Sich anzupassen. Darüber nachzudenken, wie er ihr gefallen könnte. Ohne Erfolg. Er verlor sich immer mehr. Der hochbegabte, hochsensible Krieger des Lichts, der nur noch einsamer wurde. 

 

Und langsam begann er zu begreifen. Er begegnete Menschen, die ihn auf etwas aufmerksam machten. Die ihn an seine Glasmauer führten. Die er aber nicht einrennen konnte, er sah das Ziel, er fand den Weg nicht. Er, der immer alles mit seinem messerscharfen Verstand reflektierte, analysierte, zerlegte. Der immer alles schneller begriff. Der mit dem Ende der Diskussion begann. Der  Verstand kapitulierte. Er verlor die Schlacht. 

 

Seine Gefühle, die jahrelang im Kampf verwundeten wurden. Die er auf dem blutigen Schlachtfeld liegen gelassen hatte. Jahrelang. Die sich dort gewunden und gequält hatten. Die Beine und Arme verloren hatten. Und noch immer lebten. Sie waren zwar behindert, aber sie lebten noch. Und er schaute zurück (mit Angst in seinen Augen und Sehnsucht in seinem Herzen) und begriff, dass er so nicht weiter machen könne. Sonst hätte das Leben keinen Sinn mehr. Er musste das Schlachtfeld seiner Gefühle aufräumen. Gliedmaßen zusammen setzen. Sie pflegen. Sich u

m sie kümmern. Sie heilen. Sich ihnen hingeben. Verletzungen zulassen. Menschen wirklich lieben. Erst dann würde er zum wahrhaftigen Krieger des Lichts werden.

 

Und er begann, wie ein wahrhafter Krieger, sich dieser Herausforderung zu stellen. 

 

(Inspiriert durch einen kölschen Persischen Prinzen) 



0 Kommentare

Die Gefühls-Universen von Hochsensiblen...


Wir bestehen aus so viel Gefühl, aus so vielen Universen, die in sich geschlossene Kreise sind. Wie viele Gefühle in uns herumschwirren, wie viele Monde kreisen um unsere Sonnen...


Gerade bin ich melancholisch, gerade bin ich nachdenklich. Gerade tut etwas weh, was aber da sein darf. Es möchte es nicht verdrängen. Eine Trauer, irgendwo in den Spalten meiner Welten, von denen ich noch gar nichts wirklich weiß, nur erahnen kann…

 

So viele Abschiede haben wir alle hinter uns- so viele Menschen und Lieben gehen gelassen, alle haben ein Stück von uns mitgenommen und alle haben uns bereichert. Jeder einzelne hat seine Lebensspur in uns hinterlassen, um unser Seelenbild vollständiger zu machen. 

 

Wo sind Deine Gefühle vergraben? Hinter welchen Schränken, in welchen Ecken hast Du sie versteckt? Wann lässt Du sie wieder hochkommen? Wie kanalisiert du sie, diese Gefühle, die dich manchmal überschwemmen?

 

Gerade als hochsensibler Mensch ist es manchmal zuviel zu fühlen. Zuviel wahrzunehmen. Zuviel zu spüren. Zuviel Reize. Und trotzdem ist es wunderschön, dieser ziehende-stechende Schmerz und man spürt: ja, ich LEBE. Ich existiere nicht bloss. Ich nehme wahr. Ich leide. Ich LIEBE.




1 Kommentare

Frieden in uns bringt Frieden in die Welt...



                         "Das Gebet nützt der ganzen Welt, denn der Frieden beginnt zu Hause und

                           in unseren eigenen Herzen. Wie können wir Frieden in die Welt bringen,

                                         wenn wir keinen Frieden in uns haben? " (Mutter Theresa)


 

Gestern Nacht ist wieder ein schrecklicher Terror-Akt passiert, der die Welt aufrüttelt- und zum wiederholten Male in den letzten Jahren wird uns bewusst, was uns lange un-bewusst war: dass wir die Augen nicht mehr vor dem Hass und der Angst verschliessen können. Nun sind wir gefragt. Du und ich. WIR.

 

Ich bin auch betroffen. Jedes Mal, wenn so eine Tragödie passiert. Ein „Anschlag auf die Menschlichkeit“. Aber noch mehr bin ich täglich betroffen: von der Lieblosigkeit, die Menschen täglich entgegenschlägt. Wo sind alle die, die jetzt so betroffen sind, wenn auf der Straße ein Passant Opfer von Gewalt wird? Schaut ihr alle hin? Schaue ich hin? Oder wende ich den Kopf zur Seite? Oder beschäftigen wir uns lieber mit unseren Smartphones? Und mit unseren, ach so wichtigen, WhatsApp-Nachrichten? 

 

Ganz ehrlich? Wir ALLE, ich nehme mich da nicht aus, müssen täglich für die Grundwerte einstehen. Nicht nur, wenn es in Paris, Madrid oder New York einen Anschlag gibt. Oder in Afghanistan oder in Afrika. Wir müssen doch erst den Frieden in uns finden. Und dann hinaustragen. Jeden Tag. In die Straßen von Köln, Hamburg und Berlin.

Wir sind kollektiv dafür verantwortlich, was heutzutage passiert. Mit Regierungen, die wir wählen, weil wir uns nicht informieren (nehme mich da mit ein). Mit passiver Haltung, weil wir lieber im Internet surfen und uns irgendwelchen Trash anschauen, der uns verblödet. Mit unbewussten Reaktionen und mangelnder Reflektion in zwischenmenschlichen Beziehung. Mit Unsicherheit und Angst, wenn Liebe gefragt wird. Mit Bequemlichkeit, wenn Mut gefragt wird.

 

Ich möchte den Anschlag in keinster Weise mindern und die Grausamkeit und die Niederträchtigkeit. Ich verachte das. Aber ich lasse mich nicht davon anstecken. Ich möchte Liebe verbreiten, mit jedem Atemzug. Und oft gelingt es mir nicht. Und oft ertappe ich mich bei Gedanken, die nicht liebevoll sind. Und mache sie mir bewusst. Wenn wir alle bewusster Leben, dann passieren keine Terroranschläge, Vergewaltigungen und Missbrauch mehr. Weil wir jeden Moment präsent sind. Und uns bewusst sind über unser Handeln.

 

Wir sind alle gefragt. Jeder von uns, jeder einzelne. NIEMAND kann sich mehr der Verantwortung als Mensch entziehen. Du, Du, Du und ich wir sind alle gefragt. Aufzustehen und einzustehen. Für unsere Brüder und Schwester in der Straßenbahn. Für die Oma, die Hilfe braucht. Für den Flüchtling, der niemanden hat. Lehrt euren Kindern Frieden! Praktiziert in im Freundeskreis. Sucht ihn doch nicht erst, wenn solche Anschläge passieren. Lehrt in der Schule, im Kindergarten Frieden. Jeden Moment!

 

                                In Zeiten der Unsicherheit ist Gewissheit gefragt. In Zeiten des Hasses noch mehr Liebe.

                                      In Zeiten der Angst ist Vertrauen gefragt. In Zeiten von Krieg Mut.  

 

                                                             Ich höre nicht auf, das zu propagieren bis ich sterbe.



0 Kommentare

Wie viele Schichten meiner Haut, wie viele Schichten meiner Seele...



Wie viele Schichten meiner Haut, wie viele Schichten meiner Seele muss ich noch abstreifen, bis ich an mein Innerstes gelange? Wie oft muss ich mich noch häuten, wie oft wiedergeboren werden, wie oft muss ich mich noch transformieren, um es zu fühlen: mein Innerstes, mein Erleuchtetes, meine Weisheit, meine Quelle des Seins. 

 

Wie oft muss ich noch zurückgewiesen, abgestossen und verletzt werden, um endlich zu begreifen: ich  BIN und nichts kann mich niederschmettern, enttäuschen, zerstören oder traurig machen. Ich BIN. Wir SIND: Weder gut noch schlecht, weder weiß noch schwarz, weder schön noch hässlich. Weder rassistisch noch tolerant. Weder afghanisch, deutsch, italienisch, türkisch, peruanisch, kroatisch oder japanisch. Ich BIN. Wir SIND. 

 

Wie oft muss ich Phasen der Trauer und der Einsamkeit erleben, um  zu fühlen: Ich BIN. Du BIST. Genug. Liebenswert. Einzigartig. Wunderbar. Außergewöhnlich. Unverwechselbar. 

 

Wie oft muss ich diese Metamorphose noch erleben, die Himmel der Euphorie, die Hölle der Melancholie. Die dunklen Tage meiner Kellerphasen, die Anwesenheit meiner Dämonen. Wie oft muss ich Menschen begegnen, die mir Angst machen, weil sie leer wirken. Wie oft muss ich die Trauer bei anderen spüren, die durch jede Pore meiner Seele dringt. Wie oft noch im Bett liegen und mich fragen: was ist der Sinn? 

 

Wie oft muss ich noch einen Menschen verlieren, mit dem ich so innig verbunden war? Um dann, Wochen, Monate, Jahre später zu fühlen: ich kann ihn nicht verlieren, wir sind immer miteinander vereint. Wie oft bin ich einem Seelenmenschen begegnet und es hat sich so vertraut angefühlt: einem Kind, einem Hund, einem alten Greis. Einem Mann. Einer Frau. Und wir haben uns EINS gefühlt. Weil wir uns an unser Innerstes erinnert haben- gegenseitig. Weil wir uns mit unserer Quelle verbunden haben- durch unserer Begegnung. Weil wir wachgerüttelt wurden- durch unsere Gefühle. Und auch wenn wir uns in der Realität getrennt haben- wir sind immer miteinander verbunden. Auf ewig. 

 

Wie viele Schichten meiner Haut, wie viele Schichten meiner Seele habe ich schon abgestreift? Bin ich schon angekommen? BIN ich? 

 

 



1 Kommentare

Von der Lust an der eigenen Schönheit…



Heute habe ich Lust an meiner eigenen Schönheit...

 

Ich verstecke ihn, den inneren Kritiker, und sperre ihn in den Schrank ein. Denn heute habe ich Lust an meiner eigenen Schönheit. Sie ist nicht perfekt, sie ist älter geworden, reifer, nicht mehr so unschuldig, und auch nicht mehr so selbstverständlich. Aber heute, ja, heute habe ich Lust auf sie. 

 

Ich habe Lust, mich im Spiegel anzuschauen und mich als WEIB zu fühlen, als FRAU, als DIVA. Ich möchte, dass mir die Männer hinterherschauen und ich mich wohl in meinem weiblichen Körper fühle. Ich habe Lust darauf, mich schön zu kleiden, ein frisches Parfum aufzulegen und mir weiche und schöne Kleidung anzuziehen. 

 

Ich möchte meine Schönheit zelebrieren. Nicht die unschuldige, jugendliche Schönheit. Nein, die reife, gediegene, sinnliche Schönheit. Jede Frau besitzt sie. Im Äußeren und im Inneren. Es sind die Momente, wenn Du Dich eins mit Dir fühlst und perfekt bist wie Du bist. Es sind die Momente, wenn Du ein Prickeln verspürst, wenn Du Dich anschaust, weil Du Dich in diesem Moment Dir selbst hingibst. Es sind die Momente der Sinnlich-keit- wenn Du Dich mit allen Sinnen erfährst, Du brauchst kein Pendant dazu.

 

Mir kommt da zu ein Gedicht von Pablo Neruda in den Sinn, er heißt „ La Reina“, was „Die Königin“ heißt. 

Und ein Teil dieses Gedichtes möchte ich Dir widmen, ja DIR:

 

Ich habe Dich zur Königin ernannt. 

Es gibt Größere als Du, viel Größere. 

Es gibt Reinere als Dich, viel Reinere. 

Es gibt Schönere als Dich, viel Schönere. 

Aber Du bist die Königin. 

 

Wenn Du durch die Straßen schlenderst, 

erkennt Dich niemand. 

Keiner sieht Deine Kristallkrone, niemand 

beachtet den roten Teppich auf dem Du läufst. 

DerTeppich, der nicht exisitiert. 

 

Und wenn Du Dich zeigst, dann ertönen alle Flüsse 

in meinem Körper,

wird der Himmel von Glocken erschüttert 

und eine Hymne erfüllt die Welt. (…)

 

Pablo Neruda (übersetzt von Jamila Vidas) 

 

Laufe aufrecht, Königin, mit stolzem Gang und erschüttere die Welt mit Deiner schönen Sinnlichkeit. Zieh den Bauch ein, streck die Schultern und hebe den Kopf.

 

Es hilft niemanden, wenn Du dich in Deiner Weiblichkeit kleinmachst und Dich hinter Deiner Schönheit versteckst.

 

Die Welt möchte Dich sehen und an Dir teilhaben, das schuldest Du ihr...



2 Kommentare

Von dem Mut, Demut zu zeigen oder von der Gesinnung eines Dienenden 


Vor kurzem fragte mich eine Freundin, was für mich Demut bedeute. Ich erwiderte, dass für mich, ein demütiger Mensch jemand sei, der sich seiner Person und seiner Bedeutung, aber auch seiner „Kleinheit“ (im positiven Sinne) bewusst sei. Ein Mensch, der dankbar für die Geschenke des Lebens ist, der (oft auch im religiösen Sinne), Gott (oder wem auch immer) dankt und der sich geistig nicht über andere Menschen stellt. Für mich ist Demut ein Merkmal, das ich bewundere und das nur wenige Menschen besitzen, die ich kenne. Einer meiner guten Freunde, Maxim, ist für mich der Inbegriff der Demut. Aber Demut ist eine verlorengegangene und doch so wichtige Tugend, nach der sich viele wieder sehnen. Mich eingeschlossen. 


Früher war ich demütiger, das gebe ich zu. Egal, wie schwer die Situationen in meinem Leben waren, ich habe immer das Positive gesehen und bin dankbar für das Gute gewesen. Vor dem Schlafengehen habe ich, wie ein Ritual, immer die Hände gefaltet und dem lieben Gott für alles gedankt, was mir widerfahren ist- dadurch habe ich, unbewusst, meine Konzentration auf das Positive gelegt und bin nicht so sehr in negative Gedankenmuster gefallen. Habe ich die Hände vor Müdigkeit nicht gefaltet, bin ich nicht eingeschlafen. 


Heute fehlt mir manchmal die Demut. Auf Kuba bin ich hier wieder begegnet- Señora Demut war allgegenwärtig. Wenn Du im Supermarkt Wochen keine Milch findest und auf einmal steht da eine Milchtüte vor Dir und lächelt Dich an- dann wirst Du ganz schnell demütig- vor dem, was Du in Deutschland in Überfluss hast und was keineswegs selbstverständlich ist. Wenn Du siehst, wie die Menschen aus wenig viel gestalten und trotzdem tanzen als ob es kein Ende gäbe- dann steht Señora Demut an der Ecke und sieht strahlend zu. Wenn Du dann nach Deutschland zurückkommst und den Reichtum und die Auswahl siehst, dann hälst Du inne und bist dankbar. Für all das, was wir besitzen und oft nicht brauchen. Señora Demut geht Hand in Hand mit Señor Dienen die Straße entlang. Denn Demut kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „Gesinnung eines Dienenden“.


Für mich sind die beiden ein perfektes Paar- Demut & Dienen. Weil Du Dir Deiner eigenen Grenzen bewusst bist- sowohl im sozialen als auch religiösen Kontext. Im sozialen Gefüge heißt das, dass Du Deine Belange nicht über die der anderen stellst, sondern der Gruppe „dienst“- auch wenn dieses Wort heutzutage einen eher negative Konnotation hat, so frage ich mich: warum? Warum ist dienen per se denn schlecht? Jesus hat gedient, der Dalai Lama dient, Nelson Mandela hat gedient, ebenso wie Mahatma Gandhi und Mutter Theresa. Sie haben Gott oder den Menschen, ihrem Volk oder der Liebe gedient. Und sie waren außergewöhnliche, starke, in sich ruhende Persönlichkeiten, die die Bedeutung des Dienen begriffen haben. 


Heute scheint Dienen eine verpönte Eigenschaft, gerade in unser kapitalistischen Gesellschaft. Wir geben nur, wenn wir was dafür bekommen?! In Afghanistan, dem Land meines Vaters, ist das Dienen normal- die Kleinen bedienen die Älteren, die Frauen bedienen die Männer oder anders herum, und die Gastgeber bedienen die  Gäste in einem übereifrigen Maße, das man hier in Deutschland nicht mehr kennt.


Ich mag das Dienen. Wenn es aus freien Stücken kommt und genau hier steckt der Haken. In den meisten Fällen dienen wir nur, wenn wir etwas dafür bekommen. Anerkennung, Liebe, Geld, Wertschätzung. Aber das bedingungslose Dienen ist eines der schönsten Dinge, die es gibt. Weil es von Herzen kommt, aus purer Lieber zu dem Lebewesen, dem Menschen, der Dir gerade gegenübersteht. Und Dein Gegenüber spürt, wenn Du aus tiefstem Herzen gibst- sei es, wenn Du dem anderen eine Massage gibst, die er sich verdient hat. Ein schönes Essen zubereitest und es mit Liebe dekorierst. Wenn Du Dich beim Sex hingibst und den anderen verwöhnst, ohne etwas dafür zu verlangen. Wenn Du dem anderen stundenlang zuhörst und einfach seine Hand hälst. Wenn Du einen Welpen stundenlang die Ohren kraulst  oder mit einem Kund den ganzen Tag nur Blödsinn machst.


Ich vermisse das bedingungslose Dienen, wirklich. Früher habe ich eifriger gedient und es war schön- heutzutage denke ich viel mehr darüber nach und dadurch wird es künstlich. Ich möchte wieder mehr dienen. Ich möchte wieder demütiger und staunender durch die Welt gehen. 


Sag, wem hast Du in letzter Zeit Deine Dienste gegeben ohne was dafür zu verlangen? Wann warst Du das letzte Mal demütig? Für was bist Du wirklich wirklich dankbar? Vielleicht beantwortest Du die Fragen heute vor dem Schlafengehen, ich bin mir sicher, Du wirst schöne  Träume haben. Schlaf sanft...


(Danke an Nina für die Inspiration)



0 Kommentare

Perfekt ist nie gut genug oder vom großen Traum, den Nobelpreis zu gewinnen 








Ach, wir Hochbegabten mit dem ewig nagenden Zweifel in uns: perfekt ist eben nie gut genug, nicht wahr?


Wenn Du keine 1 in Mathe hattest, war das nichts wert für Dich. Wenn Du in Deutsch nicht den besten Aufsatz geschrieben hast, war er nicht gut. Und eigentlich wolltest Du doch auch Basketballstar werden oder professionelle Tänzerin. Und einen Nobelpreis hast Du bis heute nicht bekommen- aber auch den hättest Du angezweifelt. 


Warum ist für Dich PERFEKT NIE GUT GENUG? Woher kommt dieser permanente Anspruch an Dich selbst, diese Selbstzweifel, die Dein größtes Talent zunichte machen? Warum machst Du Dich selbst ständig klein, in Gedanken leise oder laut vor anderen? Wer hat Dir eingepflanzt, dass perfekt nicht gut genug ist? 


Vielleicht hast Du es in Deiner Kindheit gelernt. Vielleicht hattest Du Eltern, die Dein Talent erkannt und Dich immer gefördert und manchmal über-fordert haben. Vielleicht hattest Du einen anspruchsvollen Lehrer, der mehr aus Dir herausholen wollte. Aber Du warst und bist immer Dein strengster Kritiker gewesen. Woher der kommt? 


Weil Du von klein an eigentlich immer wusstest, dass Du in bestimmten Bereichen einfach besser bist. Schneller. Talentierter. Dass Du Dinge schneller aufsaugst. Du hast gespürt, dass Du einfacher lernst, schneller ein Musikinstrument spielst, leichter tanzt und besser malst. Du hast gespürt, dass der Ball perfekt in Deinen Händen liegt und dass Du beim Reiten, Volleyball spielen oder Skateboard fahren immer die bessere Figur gemacht hast. Aber Du hast es Dir nicht eingestanden, dass es eine Form Deiner hohen Begabung sein könnte. Der Name, das Etikett wurde später draufgepackt und nun stehst Du da und der Kritiker ist vielleicht sogar noch lauter geworden: weil Du Deine Hochbegabung nun beweisen musst. Weil Du nun auch den anderen zeigen möchtest,dass es nicht nur ein Name ist. Oder Du zweifelst es eigentlich an. Du bist doch nicht hoch-begabt. Vielleicht begabt. Aber nicht hoch. 


Aber darum geht es nicht. Es ist egal, wie Du das Baby nennst. Wichtig ist: Du stehst Dir selbst im Weg damit und lässt Deine Begabungen nicht hochleben. Du machst Dich klein, redest Deine Talente weg und versteckst Dich hinter Ausreden: Krankheit, Schwäche, Depression, Angst, Unsicherheit. Um nicht in Deine Größe zu kommen und Dich der Welt zu verschenken. Um nicht die Verantwortung zu übernehmen. Um die Antwort nicht zu tragen. Denn das steckt in dem Wort Ver- antwort- ung drin. 


Es reicht nun. Perfekt ist mehr als gut genug. Gut ist perfekt. Lass uns teilhaben an Deinen vielfältigen Begabungen und schenk uns der Welt mehr von Dir. Ich möchte sehen, wie gut Du reitest, rechnest, malst und schreibst. Wie sinnlich Du tanzt, wie gut Du musizierst und wie gewandt Du Skateboard fährst. 


Und lass Dir gesagt sein: der Nobelpreis wird sowieso überschätzt :) 




1 Kommentare

Von äußerer Armut und innerem Reichtum oder von den zwei Herzen in meiner Brust 



Wir sind alle so satt, so überfressen, dass wir oft nicht mehr wissen, wohin mit diesem Völlgefühl. Wir gehen in den Supermarkt und finden 10000 Joghurtsorten.  Unsere Sinne werden überbeansprucht von der Flut an Informationen, die uns täglich überschwemmt.


Wir tauschen unsere Partner in Internetbörsen aus wie Unterhosen. Wir wechseln die Smartphones wie Windeln. Und wissen manchmal nicht mehr, welche Augenfarbe unser Gegenüber hat, weil wir mehr bei Facebook surfen als in der realen Welt leben. 


Auf Kuba ist vieles nicht gut. Es ist ambivalent. Zum Teil dreckig. Laut. Verrückt. Intensiv. Krass. Arm. Aber eines ist mir aufgefallen, eines war offensichtlich. Es gab sehr viel äußere Armut, sehr viel offensichtlich Verwahlostes. Das, was in Deutschland nur manchmal an der Oberfläche kratzt. Aber die Menschen sitzen nachts noch auf den Straßen und unterhalten sich. Sie schauen sich in die Augen. Und nicht auf ihre Smartphones. Sie sind innerlich reich. 


Ich habe das geliebt. Nachts durch die Straßen Havannas zu schlendern und noch immer Musik zu hören, Kinder draußen spielen zu sehen und die Alten, die sich auf Gehwegen und Stühlen lautstarke Duelle liefern oder Schach spielen. Es wirkte alles so verbunden. Und auch wenn ich vielem dort kritisch gegenüberstehe und wahrlich nicht alles gutheiße, so vermisse ich das hier in Deutschland. Ich vermisse diese Verbundenheit, diese Wärme. 


Ich liebe meine Land, wirklich, das tue ich. Und ich sehe klar die Vorteile, die Deutschland zu bieten hat. Ich liebe deutsche Arztpraxen, die Pünktlichkeit der Züge (nun ja, fast immer) und die deutsche Tugenden wie Ordnung, Zuverlässigkeit und Arbeitsmoral (auch wenn diese schon nachgelassen hat). Ich bin keine von denen, die Deutschland schlecht reden und andere Länder nur idealisieren. Weil ich viel in andern Ländern lange gelebt habe und gerade dadurch meine Heimat zu schätzen weiß. Und doch: immer wenn ich zurückkomme, dann fühle ich mich leer. Fremd. Verloren. Weil mir das Warme fehlt, das Lachende, das Tanzende, Das Liebende. Weil es mir fehlt, fremde Menschen an die Schulter zu fassen und sie wissen, wie ich das meine. Weil es mir fehlt, mit Fremdem sofort ins Gespräch zu kommen und sich freundschaftlich sofort verbunden zu fühlen. Weil es mir fehlt: die Gastfreundschaft, das Heimatliche. 


Jeder mit Migrationshintergrund und jeder, der in anderen Ländern gelebt und geliebt hat, kennt dieses Gefühl. Und er kennt auch die Erleichterung, wieder in Deutschland sicher und sauber zu leben. Und trotzdem schlagen diese zwei Herzen auf ewig in meiner Brust. Sie werden immer nebeneinader exisitieren. 


Jetzt gerade würde ich am Liebsten wieder nach Kuba zurückgehen. Ich würde wieder tanzen und mich dem Leben hingeben wollen. Nichts machen müssen, nichts organisieren, keinen Terminplaner einrichten, um mich mit jemanden zu treffen. Und morgen werde ich wieder in meinem gemütlichen, warmen Bett aufwachen, mich mit fließendem, warmen Wasser duschen und dankbar sein, in Deutschland zu leben. 


Das ist das Leben: zwei Herzen schlagen in meiner Brust. Und sie dürfen beide nebeneinander exisitieren. Auch wenn es manchmal schwer ist, beide zu lieben und gleich zu behandeln. So hat uns Gott erschaffen. Und so schlagen wir Brücken zwischen diesen vielen Welten. 


In Liebe, 


Jamila mit den zwei Herzen





2 Kommentare

Du bist die Göttin der Liebe- Du bist Oshun


Nun bin ich wieder hier- zurückgekehrt aus diesem pulsierenden, leidenschaftlichen, intensiven und ambivalenten Land Kuba und habe den Rhythmus und das Leben mitgenommen.


Ich habe mich freigetanzt- von Leid, schweren Gedanken und Fragen, die meinen Kopf verrückt gemacht haben. Ich habe gelebt, bin tiefer eingedrungen in mich und das, was man Leben nennt. 

 


Und ich habe eine tiefgreifende Erfahrung gemacht: ich bin die Tochter von Oshun- Göttin der Liebe, Fruchtbarkeit, der Sinnlichkeit. Auf Kuba war ich bei einem Santero, der mir die Zukunft und Vergangenheit vorausgesagt hat. Und der mich darauf aufmerksam machte, dass ich die Tochter von Oshun bin. Oshun, sie begleitet mich seitdem. Die Göttin des Reichtums, der Schönheit und des Glücks. Göttin des Wassers, der Fruchtbarkeit. Die Göttin der Liebe. 

 

Seitdem ich mich näher mit ihr beschäftige, seitdem ich die Frauen auf Kuba erlebt habe: ihren stolzen Gang, ihre wiegenden Hüften, ihre faszinierende Art zu tanzen- seitdem weiß ich: wir müssen mehr unsere Weiblichkeit leben. Die Sinnlichkeit in uns erfahren. Unsere Körper salben. Unsere Sinne entfalten. Wir sind alle Göttinnen der Liebe, der Sinnlichkeit. Nur in Deutschland haben wir verlernt, unsere Weiblichkeit zu zelebrieren. Wir sind grau, einheitlich und männlich geworden. 

 

Wann lebst Du Deine Sinnlichkeit? Wann erfährst Du die Erotik des Lebens? Wann liebst Du Deine schönen Kurven? In welchen Momenten fühlst Du Dich schön? Wann fühlst Du Dich fruchtbar? Erzähl mir: wann hast Du das letzte Mal vor dem Spiegel getanzt: verführerisch, atemlos, Dich selbst anziehend? 

 

Oshun- die Göttin, die mich begleitet, sie ist für mich nun das Symbol und eine Erinnerung an das, was nicht verloren gehen darf. Denn wenn wir unsere Weiblichkeit und Erotik unterdrücken, sind wir Halbwaisen unserer selbst. Wir wundern uns dann über unsere Unzufriedenheit. Unausgeglichenheit. 

 

Warum? Weil Dir der Sex in Deinem Leben fehlt. Weil Du nicht begehrt wirst. Weil Du dich nicht dem Spiel der Erotik hingibst. Weil Du zu wenig tanzt und Dich zu wenig zeigst

 

Streck Deinen schönen Kopf in die Höhe, zieh den Bauch ein, straff die Schultern und stolziere wie eine Königin durch die Straßen. Wir werden uns erkennen. 

 

In Liebe, 

 

Jamila

(Mehr Informationen über Oshun: http://www.artedea.net/oshun/) 

(Bildquelle: https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/originals/92/ee/17/92ee17fdae6ecdfd79408f65)

 


 

2 Kommentare

Die vielen Kontinente in Dir oder von den inneren und äußeren Reichtümern….


Du hast zwei oder drei Welten in Dir, mit denen bist Du geboren.

Deine Eltern sind Bürger aus einem anderen Land, das zu Dir gehört und doch nicht Deins ist.

Deine Oma und Dein Opa haben eine fremde Sprache gesprochen,

die Du verstehst und die doch nicht Deine Muttersprache ist.

Du hast so viele Welten in Dir, die dich geprägt und geformt haben,

die dich reich gemacht haben. Und in denen Du Dich so oft verlierst.

 

Du bist in Deutschland aufgewachsen, vielleicht sogar hier geboren.

Aber auch Deutschland ist Dein Land mit allen Werten, die es vereint.

Du sprichst fließend die präzise und dichterische Sprache, wenn Du in der Schule,

in der Uni oder im Beruf bist und wenn Du die Tür von zu Hause öffnest,

dann begegnen Dir temperamentvolle und emotionale Wörter.

 

Du tauchst hinab in Deine zweite Welt, in Deinen zweiten Körper.

 Vielleicht sogar in Deine dritte Welt. Du denkst auf deutsch und

fühlst auf arabisch, griechisch, persisch, spanisch oder serbo-kroatisch.

Du schreibst deutsch und tanzt auf die orientalische und spanische Art und Weise.

Du korrespondierst auf deutsch und kochst indisch, usbekisch, afghanisch oder französisch.

Du bist Deutsch und bist es doch nicht. Du bist türkisch und bist es doch nicht.

 

Also, was bist Du? Und wie wichtig ist es Dir, das eine oder das andere zu sein?

 

Meine Frage an Dich: Hast Du schon eine Brücke zwischen diesen Welten gebaut?

Gehst Du friedvoll auf das eine und andere Ufer? Hast Du die vielen Teile in Dir vereinen können?

Bist Du stolz auf Deine Migrationsgeschichte?

Bist Du stolz auf Deine Eltern, die soviel durchgemacht haben, damit es Dir hier gut geht?

Bist Du stolz auf Deinen inneren Reichtum?

Auf die Sprachen, die Du sprichst, auf die Länder (inneren und äußeren), die Du kennst?

 

Du hast sehr viel mitbekommen- viele Geschenke, die Dich und Deine Umwelt bereichern.

Auf was wartest Du noch? Warum verschenkst Du sie nicht der Welt?

Warum bist Du noch gefangen, anstatt frei zu fliegen?

 

Sei Dir sicher: Du bist genau so gemeint worden, wie Du lebst und lebst.

Mit Deiner kulturellen Vielfalt, Deinen Begabungen und Deiner Fülle.

Also, flieg endlich los und verschenke Dich der Welt!

 

Ich freue mich auf Dich!

 

Deine Jamila



0 Kommentare

Du bist so gemeint wie Du lebst, liebst und fühlst...



Wenn Dir alles zuviel wird, halte einen kurzen Moment die Welt an und verstecke Dich hinter höflichen Floskeln-

Du darfst das.

 

Wenn Du wieder zuviel fühlst und Du nicht weißt, wohin mit diesem einen großen Gefühl, dann schließe kurz die Tür zu Deinem Herzen- es ist ok.

 

Wenn Deine Gedanken wieder Karussell fahren und Du Angst hast, verrückt zu werden, dann zieh Dich für einen Moment in Deine Seifenblase und halte die Luft an- es ist genau das Richtige jetzt.

 

Wenn Du dich gerade selbst bemitleidest, weil Du nicht weißt, WARUM Du so bist wie Du bist: so sensibel, so feinfühlig, so tief und so viel. Dann nimm kurz die Geräusche aus Deinem Leben und stell alles auf „stumm“-

Du hast das verdient.

 

Wenn alles um Dich herum zusammen bricht, wenn nichts mehr Sinn ergibt und Deine Trauer keinen Namen kennt, dann fahre die Dämme auf und fließe in Dich hinein- Du kannst das.

 

Wenn Du diesen einen Menschen nicht vergessen kannst, der Dein Inneres durcheinandergewirbelt hat, der Dich namenslos gemacht hat, durch den Du nicht mehr weißt, wer und warum Du bist. Dann wickel Dich in Dich selbst Dich ein und lass die Welt einfach Welt sein- es ist der beste Zeitpunkt.

 

Wenn alles zusammenbricht, dann bist DU immer noch da, um Dich selbst zu lieben, Dir zu vertrauen, Dich zu heilen und endlich an Deinem tiefsten Punkt zu begreifen- Du bist Dir selbst genug. Du kannst das. Du schaffst das.

 

Denn Du bist einfach PERFEKT so, wie Du bist. Du bist genau SO gemeint gewesen wie Du jetzt bist.


Schön, dass Du endlich zu Dir gefunden hat…



0 Kommentare

Das Leben spielt, aber nicht mit...



 Als Du damals dieses unschuldige Kind warst, so voller Träume, so voller Naivität, da hast Du vom Leben erhofft, dass es Dir gut mitspielt, dass Du auf seiner Welle schwimmst. Du hast gehofft, dass es Dir wohlgesonnen ist und dass Du es beherrscht: das Spiel des Lebens, von dem Du damals keine Ahnung hattest.

 

Du hast noch keine Narben davongetragen. Hast den Schmerz noch nicht gespürt, bist noch nicht tiefer gedrungen. Du hast noch getanzt und mit Schmetterlingen gespielt. Und Dich in Deiner Traumwelt mit Farben bemalt. Du warst das kleine Mädchen in der Glasglocke, der Schmetterling in der Seifenblase.

 

Dann kam das Leben, aber ein anderes als in Deiner Traumwelt. Du bist zum ersten Mal auf die Knie gefallen, hast Dir die Narben der Liebe geholt. Du hast geweint, hattest Angst, Panik. Die erste Trennung, die ersten Enttäuschungen, die Dich auf die Erde holten.


Du wurdest erwachsen und warst doch immer noch das Kind, das nicht mit der Welt zurecht kam. Deine Sinne waren überflutet. Du hast alle Spannungen der Welt in Dich aufgesogen und wunderst Dich nun über die Spannung in Deinem Inneren? Du hast die Verbindung zur Welt aufgenommen, niemals im Stillstand der Zeit. Und wunderst Dich nun über die Grenzenlosigkeit in Dir? Du hast die Dinge immer voher erkannt, bevor sie benannt worden sind. Hast Vorahnungen und Träume gespürt, hast Menschen mit Deiner Liebe geheilt. Und nun fragst Du Dich, wo all Deine Lebensenergie hin ist? Du hast Dinge verstanden, die den meisten Menschen nie enthüllt werden. Du hast Geheimnisse gelüftet, bevor sie geboren wurden. Und bist erstaunt über die Zurückweisung von Seelenpartnern, denen Du ZU viel bist. ZU groß. ZU schön. ZU intelligent. ZU sensibel. Denn sie sind ZU.

 

Zuviel gefühlt? Sag, hast Du etwa zuviel geliebt? Zuviel gelebt? Ist Dein Leben deshalb ein anderes Erträumtes? Ist es deshalb weniger schön? Haben sich deswegen weniger Deine Träume erfüllt?

 

Nein, das Leben hat gespielt, aber nicht mit. Und das ist gut so. Es hat Dich durchgerüttelt, nicht wahr? Du fühlst Dich so wenig bei Dir und bist es doch mehr als je zuvor. Es hat Dich nackt gemacht. Deswegen zitterst Du jetzt. Weil Du mehr denn je DIR SELBST begegnen sollst. Endlich ohne Maske, ohne Spiegel.

 

All Deine Begegnungen hat Dir das Leben geschickt, denn das Leben spielt, aber nicht mit. Weil es seine Aufgabe ist, Dich in Deine Größe, nicht in Dein Versteck zu bringen. Das hast Du von ihm gewollt. Das hast Du mit ihm vereinbart.

 

Das Leben spielt, aber nicht mit, sondern für Dich.Steh auf, richte Dein Haar, öffne die Augen. Zeige Deine Weiblichkeit, Deine Begabungen und verschenke sie der Welt.

 

Nimm das Spiel an. Dann kannst Du nur gewinnen…

 

 

In Liebe,

 

Jamila (für Dunja)



0 Kommentare

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...


 

"Jeder Mensch ist nicht nur er selber, er ist auch der einmalige, ganz besondere,

in jedem Fall wichtige und merkwürdige Punkt, wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen,

nur einmal und so nie wieder.

 

Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig, ewig, göttlich,

darum ist jeder Mensch, solange er irgend lebt und den Willen der Natur erfüllt,

wunderbar und jeder Aufmerksamkeit würdig.

In jedem ist der Geist Gestalt geworden, in jedem leidet die Kreatur,

in jedem wird ein Erlöser gekreuzigt.

 

Das Leben jedes Menschen ist ein Weg zu sich selber hin,

der Versuch eines Weges, die Andeutung eines Pfades.

Kein Mensch ist jemals ganz und gar er selbst gewesen;

jeder strebt dennoch,

es zu werden, einer dumpf, einer lichter,

jeder wie er kann.

 

Jeder trägt Reste von seiner Geburt, Schleim und Eischalen einer Umwelt,

bis zum Ende mit sich hin. Mancher wird niemals Mensch,

bleibt Frosch, bleibt Eidechse, bleibt Ameise.

Mancher ist oben Mensch und unten Fisch.

 

Aber jeder ist ein Wurf der Natur nach dem Menschen hin.

Und allen sind die Herkünfte gemeinsam, die Mütter,

wir alle kommen aus demselben Schlunde; aber jeder strebt,

ein Versuch und Wurf aus Tiefen, seinem eigenen Ziele zu.

 

Wir können einander verstehen; aber deuten kann jeder nur sich selbst."

 

(Hermann Hesse aus

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…)



0 Kommentare

Die Trauer klopft später an Deine Tür- aber sie klopft immer...  



Es gibt diese Tage, wenn alles schwer ist und da irgendwo eine dunkle Trauer liegt, die gesehen werden möchte...

 

Heute ist mein Trauer- Tag. Meine Trauer, etwas untergraben und versteckt, klopft nun an meine Tür und möchte sich zu mir setzen. In den letzten Wochen war ich nicht besonders gastfreundlich zu ihr, habe ihr die Tür vor der Nase zugeschlagen. „Trauer, Du bist ein anstrengender und komplizierter Gast, ich weiß nie wirklich, wie ich Dich zufrieden stellen kann“, sprach´s und drehte mich um- ängstlich, sie könnte sehen, wie sehr sie mich einnimmt und wie schwer es mir fällt, sie einfach so abzuweisen.

 

Und heute pochte sie an meine Tür, so laut, dass ich keine Wahl hatte. Ich habe sie zu mir gesetzt, habe ihr zugehört- sie war sehr wütend und laut, weil ich sie so abgewiesen habe. Eigentlich hat sie ja Recht! Als sie sich dann entladen hat, war sie dann ganz handzahm und sogar irgendwie süss. Ich habe sie deswegen Chouchi genannt.

 

Und während ich nun schreibe, sitzt Chouchi neben mir und schaut mir zu. Und manchmal, da tut es so weh, sie anzusehen und zu wissen, aus welchen fernen Ländern sie angereist kommt und was sie alles erlebt hat. Manchmal ist es schwer, mich mit ihr zu konfrontieren, denn sie lässt mich nicht einfach los, sondern spiegelt mich immer.

 

Oft nervt sie mich. Oft hasse ich sie. Oft verachte ich sie. Und trotzdem habe ich sie irgendwie lieb, denn sie ist ein großer Teil von mir, eine lange Wegbegleiterin, die mich schon seit Kindheit an immer wieder beschützt hat. Hätte ich sie nicht gehabt, dann wäre ich verloren gegangen. Dafür danke ich Chouchi.

 

Heute würde ich sie gerne aus meiner Wohnung schmeißen. Aber das werde ich nicht tun. Denn genau das macht sie wütend, trotzig und anhänglich. Eigentlich möchte sie auch nur liebgehabt werden. Deswegen werde ich mich heute weiter mit Chouchi unterhalten, um ihr zuzuhören.

 

Und das nächste Mal bekommt sie einen Schlüssel für meine Haustür, denn sie hat jetzt ein Zimmer bei mir bekommen.Vielleicht werden Chouchi und ich sogar richtig gute Freundinnen, auch wenn es sich jetzt gerade einfach nur schwer anfühlt.

 

Eure nachdenklich-traurige,

 

Jamila (inspiriert durch das Lied "Tuga dolazi kasnije")


Tanz! Tanz Dich frei!



 

Wie oft warst Du in den letzten Tagen mit Deinem Selbst verbunden? Wie oft hast Du Deinen sinnlichen Körper gespürt und ihn geliebt? Wie oft hast Du Dich frei gefühlt, selbstvergessen dem Leben hingegeben? Wie oft warst Du stolz darauf, FRAU zu sein?


Ich erinnere mich immer an mich- an mein eigentliches, ursprünglich reines ICH, wenn ich tanze- hingebungsvoll und leidenschaftlich mich dem Rhythmus der Musik hingebe und nichts mehr spüre außer dem Wunsch, in diesem Moment mit mir zu verschmelzen- nicht mit einem Mann, mit einer Freundin, sondern mit mir und meiner Weisheit.

In diesem Moment- aufgeheizt, nassgeschwitzt und pulsierend- passiert etwas, was ich in rationalen Stunden und Verstandesmomenten nicht vermag: ich bin FREI und LEBE und ich werde vom Leben heiß und leidenschaftlich geliebt. In diesem Moment bin ich Muse, Wachgeküsste und Göttin


Etwas passiert in diesem einen kleinen Moment, wenn alle Lichter verschwimmen und der Takt in mein Blut übergeht- ich spüre meine Ahnen durch mein Blut fließen, höre tief in mir einen stürmischen Orgasmus, der nach „MEHR“ schreit. Wie glücklich bin ich, wie frei, wie schön. Die Kilos zu viel zählen ebenso wenig wie meine Augenringe- meine Zweifel, ständige Begleiter, dürfen kurz auf die Auswechselbank, und mein Kopf ist auf „AUS“ geschaltet…

 

Ich möchte das Tanzen immer mehr in mein Leben integrieren- an der Straßenbahn auf die Bahn wartend. Abends in einer Milonga mit sinnlicher Tango-Musik oder mittags in meinem Wohnzimmer, wenn lateinamerikanischer Reggeaton mich auffordert, meinen Körper zu bewundern. Deswegen werde ich bald für mehrere Wochen nach Kuba fliegen, um dort jeden Tag das Leben zu tanzen, mich frei von Ängsten zu bewegen und mich dem hingeben, was man Leben nennt.


Und Dich lade ich hiermit ein, forderde Dich auf, appelliere an Dich: TANZ! TANZ! TANZ DICH FREI!

Gib Dich hin, mit allem, was Du hast. Mach Dich frei von allem, was Dich fesselt. Spreng die Fesseln und TANZ!


Sei Frau, fühle die UR-Weiblichkeit in Dir, die Göttin und mach Dich damit zur Königin in Deinem Leben!


In sinnlicher Umarmung,


die Wachgeküsste


12 Kommentare

Ich suche meinen Stamm




Die Leute meines Stammes sind leicht zu erkennen:

Sie gehen aufrecht, haben Funken in den Augen

und ein Schmunzeln auf den Lippen.

 

Sie halten sich weder für heilig noch erleuchtet.

Sie sind durch ihre eigene Hölle gegangen,

haben ihre Schatten und Dämonen angeschaut,

angenommen und offenbart.

Sie sind keine Kinder mehr,

wissen wohl was ihnen angetan worden ist,

haben ihre Scham und ihre Rage explodieren lassen

und dann die Vergangenheit abgelegt,

die Nabelschnur abgeschnitten und

die Verzeihung ausgesprochen.

 

Weil sie nichts mehr verbergen wollen,

sind sie klar und offen.

Weil sie nicht mehr verdrängen müssen,

sind sie voller Energie, Neugierde und Begeisterung.

Das Feuer brennt in ihrem Bauch!

 

Die Leute meines Stammes kennen

den wilden Mann und die wilde Frau in sich

und haben keine Angst davor.

Sie halten nichts für gegeben und selbstverständlich,

prüfen nach, machen ihre eigene Erfahrungen und

folgen ihrer eigenen Intuition.

 

Männer und Frauen meines Stammes

begegnen sich auf der gleichen Ebene,

achten und schätzen ihr “Anders”-Sein,

konfrontieren sich ohne Bosheit und lieben ohne Rückhalt.

 

Leute meines Stammes gehen oft nach innen,

um sich zu sammeln,

Kontakt mit den eigenen Wurzeln auf zu nehmen,

sich wieder finden,

falls sie sich durch den Rausch das Lebens verloren haben.

 

Und dann kehren sie gerne zu ihrem Stamm zurück,

denn sie mögen teilen und mitteilen,

geben und nehmen, schenken und beschenkt werden.

 

Sie leben Wärme, Geborgenheit und Intimität.

Getrennt fühlen sie sich nicht verloren wie kleine Kinder und können gut damit umgehen.

Sie leiden aber an Isolation und sehnen sich nach ihren Seelenbrüdern und -schwestern.

 

Die Zeit unserer Begegnung ist gekommen...

(Schamanische Weisheit)


...Ja, die Zeit unserer Begegnung ist gekommen

 

Wenn ich den Satz lese, dann regt sich etwas in meinem archaischen Zentrum, im Solarplexus oder wo auch immer meine Weisheit wohnt…

 

Wir sehnen uns alle nach unseren Stamm, unser ganzes Leben verbringen wir damit, Gleichgesinnte unseres Stammes zu suchen, zu finden, und manchmal auch wieder gehen zu lassen. Hat man einmal einen solchen Seelenverwandten getroffen und „muss“ ihn verlassen, so fühlt es sich an, als ob ein Teil von einem selbst stirbt- was er in gewisser Hinsicht auch tut. Das Gefühl jedoch, einen Stammesangehörigen „wiederzutreffen“, sich wahrhaft zu begegnen (nackt, ohne Maske, authentisch, verletzlich, ängstlich und stark), das löst einen Sturm im Inneren aus. Mir geht es zumindest so. Es ist wie ein wildes Verliebtsein, bloß intensiver, wie eine Art Orgasmus, nur noch tiefer. Es ist das pure Leben, die pure Existenz- es ist der Grund, warum wir hier sind. Um uns mit den Unserigen zu verbinden.


Das klingt sehr pathetisch und groß, aber dies hab ich mit einer unumstößlichen Gewissheit bereits im Kindesalter gefühlt- eine unglaubliche Verbindung zu den Seelenpartnern (männlicher und weiblicher, humaner und tierischer Natur). Sie sind ein Katalysator für Deine Entwicklung, sie bringen Dich an Deine Grenzen, sie sind Dir Spiegel.

Und sie sind Deine Heimat, Deine Familie. Diese tiefe Vertrautheit, dieses UR-Vertrauen, das ist wunderschön. Wir sind nicht für die Isolation geschaffen, wir sind Herdentiere.


Und wir können gemeinsam viel erreichen. Wenn wir uns zusammen tun, wenn wir nicht jeder für uns kämpfen, wenn wir GUTES erreichen wollen, dann können wir das in unserem Stamm tun. Uns verbrüdern und verschwesterm, gemeinsam für Werte einzustehen und Haltung zu zeigen. Minderheiten eine Stimme zu geben, Courage zu zeigen, nicht wegzuschauen.

 

Wir, die wir aus einem Stamm sind, müssen uns nicht mehr einsam fühlen. Wir haben keinen Grund dazu. Wir spüren des anderen Gegenwart, auch in dessen Abstinenz. Wir fühlen des anderen Schmerz, auch wenn er ihn verdrängt. Wir freuen uns mit unserem Seelenpartner, auch wenn wir nicht Teil der Freude sind.

 

Diese Gewissheit ist wunderschön. Und umhüllt mich mit Geborgenheit, auch wenn ich in manchen Momenten Einsamkeit verspüre. Aber wir müssen eben auch durch unsere Schatten und Höllen gehen, um wieder das Licht zu sehen.

 

Schön, dass es Euch gibt!

 

Schamanische Grüße,

 

Jamila (Danke an Dunja für die Inspiration)


3 Kommentare

Ich lege meine Burka ab



Es reicht nun, ich lege Dich ab.

 

Meine Burka, meinen Schleier, das Gewand, das mich und meine Schönheit jahrelang versteckt. Um mich kleinzumachen, um nicht gesehen zu werden, um mich zu verheimlichen. Um schwache Menschen zu stärken, die sich neben mir besser und größer fühlen können, weil ich meine wahre, innere Schönheit und meine Hochbegabungen kleingehalten habe.  

 

Ich lege Dich ab, meine geliebte Burka. Du hast mir Geborgenheit und Halt gegeben, Du warst mir eine warme Decke, ein Schutzmantel, wenn ich mich nackt, klein, verletztlich und hässlich gefühlt habe. Ich konnte mich immer auf Dich verlassen, Du warst immer für mich da.

 

Schon früh hast Du mich angezogen, als kleines Mädchen habe ich Dich bewundert und wollte immer in Dich hineinkriechen. Es war wie ein Versteckspiel, doch bald habe ich nicht mehr gemerkt, dass Du wie eine zweite Haut geworden bist. Ich war so in Dir verworren, habe mich so in Dir verkrochen, dass ich nicht mehr wußte, welches meine Haut und welches der Stoff ist, aus dem Du gewebt worden bist.

 

Liebe Burka, ich danke Dir für die Höhle, die Du für mich warst. Aber Du bist mir zu klein geworden, ich bin aus Dir herausgewachsen, ich brauche Dich nun nicht mehr. Ich möchte mich endlich zeigen mit all dem Potential, das ich in mir schwanger trage. Ich möchte endlich meine schillernden Facetten präsentieren- nicht wie ein Pfau, sondern wie eine stolze Frau mit erhobenem Haupt, die sich ihrer bewusst ist. Die vieles erlebt hat und die weiß, was es heißt, zu fühlen, zu leiden und zu lieben.

 

Ich möchte mich nicht mehr klein machen- nicht vor Männern, die mir nicht gewachsen sind, nicht vor Frauen, die neidisch auf mich sind und nicht vor Autoritäten, die Angst vor meinem Intellekt haben. Ich bin es einfach leid, mich in Dir zu verhüllen- Die Welt soll endlich meine Augen sehen. Sie soll endlich MICH sehen. Wenn ich traurig bin, darf das nun jeder mitbekommen. Und wenn ich glücklich bin, möchte ich jeden daran teilhaben lassen.

 

Denn, treue Burka, ich habe keine Angst mehr vor dem Leben, ich bin in Dir und an Dir gereift und erwachsen geworden. Ich habe in Dir gelernt, mein Potential zu lieben. Ich habe durch Dich gelernt, was es heißt SCHÖN und bunt sein zu dürfen. Nun möchte ich meine schillerndsten Seelenkleider tragen und mein Innerstes leuchten lassen.

 

Liebe Burka, Du warst mir stets eine treue Freundin, aber ich werde Dich nicht vermissen. Ich lege Dich nun ab.

Denn ich habe endlich durch Dich zu mir selbst gefunden.

 

In aufrichtiger Liebe und Dankbarkeit,

 

Deine Jamila


3 Kommentare

"Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht."

Hermann Hesse